Daraufhin hatten die oppositionellen Christdemokraten eine Website gestartet, auf der die Brandenburger selbst erlebte Funklöcher melden können. Sie wurde bis zum Mittwoch von mehr als 16 000 Menschen genutzt. "Ganze Ortschaften sind immer noch nicht erschlossen", sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Dierk Homeyer. "Leben wir hier eigentlich in Timbuktu oder in Deutschland?"

Der CDU-Abgeordnete forderte das Land auf, in Ausschreibungen zum Beispiel die Ausstattung von Regionalzügen mit Repeatern vorzuschreiben. Der SPD-Abgeordnete Helmut Barthel erklärte, dass es Aufgabe des Bundes sei, den Mobilfunk als Universaldienstleistung festzuschreiben. Vor allem Notrufe müssten überall im Land abgesetzt werden können. Dagegen warf der Cottbuser Linken-Politiker Matthias Loehr der CDU vor, mit ihrem "Funklochfinder" billigen Populismus zu betreiben. "Die Mobilfunkversorgung in Brandenburg ist besser als in anderen Bundesländern", sagte Löhr. Zwar könne man in Brandenburg "mitunter nicht telefonieren". Dies liege aber auch an anderen Störfaktoren wie Wänden, dem Vegetationszyklus oder dem Wetter. Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) erklärte, er teile die Auffassung der CDU, dass der Mobilfunkempfang im Land Brandenburg dringend verbessert werden müsse. Dies gelte besonders für den ländlichen Raum.

"Wenn die Bundesnetzagentur Frequenzen versteigert, müssen unbedingt weitere Auflagen geschaffen werden", so Gerber. Vorstellbar wäre etwa, dass die Netzbetreiber Bundesstraßen berücksichtigen müssten. Als Landesregierung werde man weiter Druck machen, um alle verfügbaren und sinnvollen Möglichkeiten zu nutzen, um die Situation im ländlichen Raum zu verbessern.