In der Debatte betonten Redner von CDU, SPD und Linker das nötige Gleichgewicht zwischen den Interessen des Handels und von Kirchen und Gewerkschaften. Dabei warnte der Cottbuser Linken-Abgeordnete Matthias Loehr vor einem Missbrauch der Öffnungsregelungen: Ein "Hasenfest" oder ein von einem Einkaufszentrum erfundenes "Ritterfest" dürften auch künftig keine Begründung für zusätzliche Ladenöffnungszeiten geben. In einem Entschließungsantrag forderten die Abgeordneten der rot-roten Koalition die Landesregierung dazu auf, darauf hinzuwirken, dass Verdi, Einzelhändler und Städte- und Gemeindebund in einer Übereinkunft festhalten sollen, welche Anlässe eine Ladenöffnung rechtfertigen, und auch in Fillialketten kein Mitarbeiter mehr als sechs Mal pro Jahr an einem Sonntag eingesetzt werden solle.

Auf heftigen Widerstand stieß das Gesetz bei den Grünen. Deren Landtagsabgeordnete Ursula Nonnemacher warf der Koalition vor, eine "Lex Potsdam" einzuführen, die für den Einzelhandel gemacht sei. "Am Ende haben sich wieder die Wirtschaftspolitiker gegen die Familienpolitiker durchgesetzt", sagte Nonnemacher. An sechs Tagen pro Woche sei die Landenöffnung 24 Stunden am Tag möglich. "Da sollten wir uns alle den Sonntag als kollektive Burn-Out-Prophylaxe leisten", fügte die Politikerin hinzu.