Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung will beim energiesparenden Bauen mit gutem Beispiel vorangehen. Ein neues Bürogebäude für rund 190 Mitarbeiter soll mit der Abwärme eines Großrechners beheizt werden. Am Mittwoch legten Institutsdirektor Hans Joachim Schellnhuber und Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) den Grundstein für den Neubau. Das Haus solle ab 2014 nicht nur von Forschern genutzt, sondern auch selbst Forschungsobjekt werden, erklärte Schellnhuber. So will das Institut auch Dämmmaterialien testen. Das von Bund und Land finanzierte Gebäude auf dem Potsdamer Telegrafenberg kostet 17 Millionen Euro. Der Großrechner für Klimasimulationen hat nach Angaben von Verwaltungsleiter Sven Arndt eine Leistung von 500 Megawatt, etwa so viel wie eine Biogasanlage.

Der Rechner soll mit seiner Abwärme eine Heizung überflüssig machen. "Es wird auch geprüft, in welchem Umfang benachbarte Gebäude mit der Abwärme beheizt werden können", sagte Arndt. Für den Fall, dass der Rechner ausfällt, sei eine Notheizungsanlage geplant. Der Neubau hat den Grundriss eines Kleeblatts und wird mit Holz verkleidet. Einige Wände sollen unter anderem mit Lehm und einer speziellen Beschichtung gedämmt werden, ein anderer Gebäudeteil mit herkömmlichen Materialien. Über mehrere Jahre wollen Wissenschaftler der Technischen Universität Dresden vergleichen, wie effizient die verschiedenen Methoden sind.

Das Potsdam-Institut feierte am Mittwoch auch sein 20-jähriges Bestehen.Es untersucht den globalen Klimawandel und dessen Folgen für die Umwelt und den Menschen. Schavan betonte, dass die Wissenschaftler mit ihrer "exzellenten Forschung solide Wissensgrundlagen für Entscheidungen in Politik und Wirtschaft" schaffen. dpa