Knapp ein Jahr nach dem Fund einer Babyleiche in Potsdam bleibt die Mutter verschwunden. Zwar gab es - insbesondere nach der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" im vergangenen Juli - zahlreiche Hinweise.

Die Mordkommission hat sie alle ausgewertet. "Eine heiße Spur ist jedoch nicht dabei gewesen", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam.

Die Behörde hatte 10 000 Euro Belohnung ausgesetzt für Hinweise, die zur Aufklärung des Falles führen. Die Babyleiche war einen Tag vor Heiligabend 2011 in einem Garagenkomplex in Potsdam-West gefunden worden.

Die Obduktion ergab, dass das Mädchen in der Nacht zum 23. Dezember geboren worden und lebensfähig war. Der Leichnam wies Spuren von Gewalt auf, die zum Tod geführt haben könnten .

Die Ermittler hofften auf eine hilfreiche Zeugenaussage, weil in der Nähe des Fundortes ein dunkles Auto gesehen worden war. Vor allem setzten sie aber große Hoffnung auf ein blutverschmiertes Handtuch, in das das kleine Mädchen gewickelt war. Rechtsmediziner konnten aus Blutflecken die Gen-Spuren isolieren. Ein Abgleich mit der Gendatenbank ergab jedoch keinen Treffer. Einen Massen-Gentest hielten die Ermittlungsbehörden damals für verfrüht. Er könnte möglicherweise nun in Betracht gezogen werden.

Für die Leiche des kleinen Mädchens haben die Potsdamer eine Grabstätte geschaffen. Es wurde im vergangenen Februar auf dem Bornstedter Friedhof unter großer Anteilnahme beigesetzt.

Die Gemeinde wollte dem Kind einen ordentlichen Abschied gestalten - und zugleich einen Gedenkort schaffen. Das ist aus Sicht von Friedhofsleiterin Jutta Erb-Rogg gelungen: "Ich bin überwältigt von der Resonanz." Das Grab in unmittelbarer Nähe zum Haupteingang mache Menschen neugierig und lasse sie innehalten. "Manche legen eine Rose hin. Manchmal ist es auch nur eine Kastanie, die zeigt: Ich war da."