Regierungschef Matthias Platzeck und Oberbürgermeister Jann Jakobs (beide SPD) äußerten sich gestern im Rathaus zurückhaltend zu dem ehrgeizigen Vorhaben.
So riet Platzeck von einer Potsdam-Bewerbung ab, wenn bis 2010 die bislang brachliegende historische Stadtmitte am Alten Markt nicht wiederhergestellt wäre, wo der vorgesehene Aufbau des Stadtschlosses bislang nicht vorankommt.
Um zunächst die Chancen für eine Bewerbung Potsdams auszuloten, sei jetzt ein Termin mit Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) vereinbart worden, teilte Jakobs nach einem Arbeitsbesuch Platzecks im Rathaus mit. Nötig seien klare Signale vom Bund, dass Potsdam eine "hinlängliche Chance" habe. Bislang erwägen neben Potsdam bereits Bremen, Münster, das Ruhrgebiet, Frankfurt/Main, Braunschweig, Kassel, Augsburg und das sächsische Görlitz eine Bewerbung.
Hauptthema beim Besuch des Regierungschefs im Rathaus, an dem auch die Rathaus-Fraktionschefs und Landtags abgeordnete teilnahmen, war die angespannte Finanzlage Potsdams. Jakobs machte darauf aufmerksam, dass diese durch die jüngsten Kürzungen der Kommunalzuweisungen um sieben Millionen Euro verschärft wird. Das strukturelle Defizit wachse damit wieder auf 29 Millionen Mark im laufenden Haushalt.
Vor diesem Hintergrund wandte sich Platzeck gegen Pläne aus den Fraktionen, die Sondermittel für Potsdam aus dem "Hauptstadtvertrag" - daraus wird unter anderem der Theater-Neubau finanziert - anzutasten, um Kürzungen wie etwa bei den Musikschulen auszugleichen. Regierungschef Platzeck: "Das ist nicht sinnvoll."