Von Benjamin Lassiwe

Der Direktor der Hamburger Kunsthalle, Prof. Christoph Martin Vogtherr, ist der neue Generaldirektor der „Stiftung Preußische Schlösser und Gärten“ (SPSG). Er will die preußischen Schlösser von Sanssouci oder Charlottenburg zu Orten moderner Geschichtsvermittlung weiterentwickeln.

Am 7. Februar wird der Nachfolger des im Juni ans Berliner Humboldt-Forum gewechselten Hartmut Dorgerloh sein Amt antreten. Am Freitag stellte er sich in der Brandenburger Landespressekonferenz der Öffentlichkeit vor.

„Ich freue mich, wieder in Potsdam zu sein“, sagte der 54-jährige Vogtherr, der von 1998 bis 2007 bereits Gemäldekustos der Schlösserstiftung war. Doch vor dem neuen Direktor einer der wichtigsten Touristenattraktionen der Region Berlin-Brandenburg stehen zahlreiche Aufgaben: Die zusammen rund 800 Hektar zählenden, historischen Landschaftsparks der Stiftung etwa sind vom Klimawandel und immer häufigeren Extremwetterlagen bedroht.

Die Stadt Potsdam bezuschusse die Parkanlagen zwar mit insgesamt einer Million Euro, doch bei einem Pflegedefizit von rund vier Millionen Euro klaffe dort weiter eine große Lücke. „Ich fände es schade, wenn wir dort einen Parkeintritt nehmen müssten“, machte Vogtherr am Freitag deutlich.

Und die Zahl der Besucher der Schlösser und Gärten geht leicht zurück. Für jedes einzelne Schloss wolle er eine Besucher-Analyse durchführen, sagte Vogtherr. Ähnlich wie in Großbritannien sollen die Angebote der Ausstellungen zielgruppenspezifischer werden. Und dann ist da eben auch der „Blattgold-Tourismus“. Was das ist? „Ich mag Blattgold“, sagte Vogtherr. Aber viele Menschen kämen immer noch in die Schlösser, weil dort einst ein König lebte. „Die Schlösser sind aber auch Orte der Macht, der Kunst und der europäischen Geschichte“, sagte Vogtherr. Und nicht zuletzt sei die Schlösserstiftung auch eine von nur noch sehr wenigen Institutionen, die sich mit preußischer Geschichte beschäftigten.

„Die Stiftung ist auch für das Preußenbild in der Öffentlichkeit verantwortlich“, sagte Vogtherr. Bei Ausstellungen zu diesem Thema wolle er auch eng mit Polen zusammenarbeiten, auf dessen heutigem Gebiet sich bekanntlich große Teile Preußens befanden. Eine Gelegenheit dazu bietet sich bereits 2025: Denn dann steht das 500-jährige Jubiläum des einst in Königsberg gegründeten „Herzogtums Preußen“ zur Feier an. Und auch mit diesem Thema will sich der neue SPSG-Direktor dann beschäftigen.