Lausitzer Reisende erhalten im Frühling eine weitere Alternative zu Auto und Bahn. Die Deutsche Post baut ihr Fernbusnetz aus und bietet ab 13. Mai auf der Verbindung Köln-Berlin-Görlitz Haltepunkte in Hoyerswerda und Cottbus an.

Die Linie 14 verkehrt täglich, außer dienstags und donnerstags (siehe Fahrplan), und fährt neben Bautzen, Potsdam, Magdeburg und Hannover auch Duisburg und Düsseldorf an.

Ob von Cottbus nach Hamburg oder von Hoyerswerda nach Köln - die Fahrzeiten sind im Vergleich zur Bahnreise erheblich länger. Dafür sind die Ticketpreise, wie auch in anderen Fernbussen, vergleichsweise niedrig.

"Bis jetzt war Cottbus beim Fernbusverkehr nur ein weißer Fleck auf der Landkarte", sagt Jens Krause, stellvertretender Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus. Denn nicht nur die Post, auch FlixBus, der IC Bus und Eurolines fuhren bisher non-stop durch die Lausitz. Seit Längerem hatte die IHK eine Anbindung der Region an das Streckennetz der Fernbus-anbieter gefordert. Das neue Angebot sei ein "ermutigendes Zeichen", befürwortet Krause die gelben Reisebusse. "Vielleicht ziehen jetzt auch andere Anbieter nach." In Sachen Anbindung Südbrandenburgs an Polen sei die Linie 14 aber nicht ausreichend und kein Ersatz für den eingestellten EC Wawel, kritisiert Krause gegenüber der RUNDSCHAU.

Anbindung an Polen

"Ab 13. März können Postbus-Kunden täglich über Berlin nach Warschau und Posen reisen", teilt Anke Blenn, Sprecherin der Deutschen Post DHL, mit. Möglich werde das durch eine Kooperation mit dem estnischen Busanbieter Lux Express/Simple Express und einer Kombination der Fahrpläne von Postbus und Simple Express.

Darüber hinaus wird der Postbus erstmals Nachtfahrten auf ausgewählten Strecken in sein Angebot aufnehmen, zum Beispiel auf den Verbindungen Berlin-Leipzig-München, Hamburg-Frankfurt oder Köln-Berlin, teilt die Post mit. Offen seien derzeit noch viele rechtliche Fragen beim Transport von Rollstühlen, teilt Anke Blenn auf RUNDSCHAU-Nachfrage hin mit. So wird es in der Linie 14 vorerst keine rollstuhlgerechten Plätze geben. Der Mitnahme von Rollstühlen seien enge Grenzen gesetzt, da viele der herkömmlichen Rollis nicht mit den erforderlichen Rückhalteeinrichtungen für Fahrzeuge ausgerüstet sind. Lediglich auf der Strecke Berlin-Hamburg sind derzeit barrierefreie Fernbusse der Post im Einsatz.

Begrenztes Sperrgepäck

Fraglich ist auch die Anzahl der Fahrradplätze. "Da die Fahrräder im Gepäckraum befördert werden, steht nur ein begrenzter Platz für den Fahrradtransport zur Verfügung", so Blenn. Drei Räder passen in den Gepäckraum. Für Studenten, Familien und Touristen, die mit dem Rad die Lausitz erkunden wollen, ein Nachteil gegenüber der Bahn.

Ob der Fernbus in der Lausitz auf Bedarf stößt, wird sich zeigen. "Es ist keine Befristung oder Testphase für die neue Linie geplant", teilt Anke Blenn mit. Rechnen müsse sich das Angebot aber schon. Dafür wird bereits kräftig die Werbetrommel gedreht: Zum Kennenlernen des neuen Netzes bietet der Postbus ab sofort für Frühbucher besondere Konditionen. Wer im März für eine Fahrt ab dem 13. Mai Tickets für ein neu ins Netz aufgenommenes Reiseziel bucht, zahlt nur die Hälfte.

Doch bisher ist unklar, ob die neue Linie überhaupt im Mai starten kann. Es fehlen Genehmigungen. "Die Genehmigung liegt noch nicht vor, wir sind aber in konstruktiven Gesprächen mit den Behörden", zeigt sich Anke Blenn zuversichtlich.

Zum Thema:
Stornierung: Die Konditionen sind je nach Anbieter unterschiedlich. Bei vielen Unternehmen sind Stornierungen bis drei Tage vor Antritt der Fahrt kostenlos möglich. 24 Stunden vor Fahrtbeginn lässt sich das Ticket meist nur noch mit einem Abschlag in Höhe von 50 Prozent des Preises zurückgeben. Preise: Hier gilt die einfache Regel: So früh wie möglich buchen. Und auch wenn der Fernbus meist günstiger als die Bahn ist - auf einen Preisvergleich sollte man nicht verzichten.Gepäck: In der Regel dürfen Fahrgäste ein Hauptgepäck und ein Handgepäckstück kostenlos mitnehmen. Für Sperrgepäck wird ein Aufpreis fällig. Sicherheitshalber sollten Kunden Sperrgepäck vorher anmelden. dpa