„Derzeit sind es noch sechs Wochenstunden, die ich unterrichte“, sagt Baaske. In der fünften und sechsten Klasse gibt er Politische Bildung und Naturwissenschaften. „In der sechsten Klasse geht es um Kommunalpolitik“, sagt Baaske. „Da werden wir gemeinsam einen Brief an unseren Landrat schreiben, und ihn bitten, doch mal vorbeizukommen und zu erzählen, was ein Landrat macht.“ Ob Wolfgang Blasig (SPD) seinem Partei­freund wohl diesen Wunsch abschlagen kann? „Wir haben uns im Unterricht ein Bild angeguckt, und festgestellt, dass er wirklich aussieht wie ein Landrat“, berichtet Baaske weiter. „Manche Schüler sagten, er müsste jetzt nur noch auf einem Pferd sitzen.“ Viel Neues lernen musste Baaske für seinen Unterricht indes nicht. „Der Strom fließt immer noch von Plus nach Minus“, sagt Baaske. „Die Elektronen transportieren den Strom – das ist so, wie es immer schon war.“

Dabei ist es Baaske natürlich wichtig, dass er keinem jungen Lehrer einen Job wegnimmt. Und auch den Steuerzahler nicht über Gebühr belastet: Der Einsatz des ehemaligen Ministers geschieht rein ehrenamtlich – Baaske bezieht dafür kein zweites Gehalt vom Staat, im Unterschied zu anderen Politikern, die nebenher noch ein Wirtschaftsunternehmen führen. Auch Gewerkschaftsvertreter hätten diesen Einsatz akzeptiert. Eine Perspektive für die Zeit nach dem Parlament sei die Rückkehr in den alten Beruf für ihn aber nicht, sagt Baaske. „Aber ich kann mich auch nicht verweigern, zu helfen, wenn irgendwo Not am Mann ist und der Unterricht ausfällt.“ Denn das alte Thema lässt den früheren Bildungsminister eben noch nicht so ganz los.