Christian Görke hat es leicht. Der Mann ist Finanzminister und stellvertretender Ministerpräsident des Landes Brandenburg. Jörg Vogelsänger hat es schon etwas schwerer: Er ist Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume. Und bei Susanna Karawanskij ist es ganz schwer: Die Politikerin der Linken ist Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie. Denn dadurch, dass zu Beginn einer jeden Legislaturperiode die Ressorts so zusammengeschnitten werden, wie es den Koalitionären dann gerade passt, entstehen oft Ministerien mit den unterschiedlichsten Aufgabenfeldern. Das Ministerium für Justiz, Europa und Verbraucherschutz zum Beispiel.

Und manchmal kann die Häufung von Ressortzuständigkeiten auch Folgen haben, die an Realsatire grenzen. Als zum Beispiel kürzlich eine Kreisreise von Staatssekretär Thomas Drescher stattfand. Staatssekretär Thomas Drescher? Am Ende ist das der kleinste gemeinsame Nenner. Bei einem Termin nämlich war er als Bildungsstaatssekretär angekündigt, kurze Zeit später als Sportstaatssekretär, und dazu dann noch als Jugendstaatsekretär. Ein Identitätswechsel, auf den mancher Geheimagent im Namen ihrer Majestät wohl stolz wäre. Und am kommenden Donnerstag ist Ministerin Karawanskij zuerst als Gesundheitsministerin und dann als Frauenministerin in der Terminvorschau der Landesregierung angekündigt. Doch eines muss man den Ministerinnen und Ministern im Kabinett von Dietmar Woidke lassen: Bislang hat es noch immer geklappt, dass sie den Überblick behalten haben . . .