Es ist wieder Gummibärchenzeit. In kleinen, handlichen Plastiktütchen gibt es die beliebten Süßigkeiten – als Werbegeschenk. Denn Brandenburg bereitet sich bekanntlich auf drei Wahlen vor.

Bei den Grünen kann der Gartenfreund in diesen Tagen Blumensamen abstauben. Für die schmetterlingsfreundliche Wiese hinter dem Haus, ganz im Sinne der diversen Volksinitiativen zum Insektenschutz, die landauf, landab um Unterschriften bitten. Oder die CDU: Der designierte Spitzenkandidat Ingo Senftleben ließ beim Landesparteitag auf den Platz eines jeden Delegierten einen drei Meter langen Zollstock legen. Einen Größeren hat keiner. Und wäre aus den Musikboxen im Schönefelder Konferenzhotel nicht ständig Ostrock von Karat gekommen, hätte auch ein deutscher Schlager der 80er-Jahre gut gepasst: „Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, wir steigern das Bruttosozialprodukt...“ - halt, nein. Die Band, die das einst aufführte, hieß ja „Geier Sturzflug“. Und einen Sturzflug haben die Christdemokraten ja nun eigentlich nicht geplant. Eher schon den Aufstieg in Ämter und Würden.

Dort, wo sich ihr Europakandidat Christian Ehler heute schon bewegt. Auch er hatte am Rande des Landesparteitags Werbegeschenke zu verteilen. Besonders schön: Ein Camping-Essbesteck aus Plastik. Was will uns dieses Präsent wohl sagen? Allzeit bereit für die heiße Schlacht am kalten Buffet? Oder doch lieber: „Brandenburg – es kann so einfach sein“? Nein, das war ja der Werbeslogan aus der Staatskanzlei, den die CDU am liebsten abschaffen wollte... Wenn jedenfalls heute im Potsdamer Kongresshotel der Landesparteitag der SPD zusammenkommt, werden sich die Sozialdemokraten in Sachen Werbegeschenke mächtig ins Zeug legen müssen. Aber wer im Wahlkampf sogar eine medizinische Fakultät nach Cottbus holen kann, wird das Niveau von Plastikkugelschreibern und bedruckten Eiskratzern spielend übertreffen . . .