Vor dem Landgericht Neuruppin stehen drei Polizisten, teilte Sprecherin Iris le Claire am Freitag mit.Vor der 1. Großen Strafkammer müssen sie sich wegen Totschlags und versuchter Strafvereitelung im Amt verantworten. Bereits für den ersten Verhandlungstag am 4. Mai ist am Abend ein Außentermin am Tatort geplant. Nach neun Verhandlungstagen soll Ende Juni das Urteil gesprochen werden. In der rund 100-seitigen Anklageschrift wirft die Staatsanwaltschaft einem Polizisten vor, den Mann ohne Notwehr erschossen zu haben. Das 26-jährige Opfer hatte in einem Wagen in Schönfließ vor dem Haus seiner Freundin gewartet. Einer der Beamten habe das Feuer eröffnet, obwohl der Straftäter noch im Wagen saß und nicht losgefahren war. Achtmal habe der Polizist auf den Unbewaffneten geschossen, die erste Kugel aus kurzer Distanz war tödlich. Den beiden anderen Berliner Beamten wirft die Staatsanwaltschaft vor, wissentlich gelogen zu haben, um den Totschlag zu vertuschen. Die Kollegen hatten damals bestritten, etwas von dem Tatablauf mitbekommen zu haben, obwohl sie wenige Meter daneben standen. Die Berliner Polizei hatte am Silvesterabend einen Tipp bekommen, wo sich der Gesuchte befindet. Auf sein Konto gingen 160 Straftaten. Der Flüchtige war bei Festnahmeversuchen bereits zweimal entwischt. dpa/mb