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Polizisten erschießen Mann - SEK-Team war bei anderem Einsatz

Einsatzkräfte der Polizei und ein Polizeiwagen stehen am 31.01.2017 in Berlin vor einem Wohnhaus an der Ribnitzer Straße. Dort kam es bei einem Polizeieinsatz in einer Wohnung zu einem tödlichen Zwischenfall, bei dem ein 25 Jahre alter Mann durch Schüsse der Polizei verstarb. Die Mordkommission hat die Ermittlung übernommen.
Einsatzkräfte der Polizei und ein Polizeiwagen stehen am 31.01.2017 in Berlin vor einem Wohnhaus an der Ribnitzer Straße. Dort kam es bei einem Polizeieinsatz in einer Wohnung zu einem tödlichen Zwischenfall, bei dem ein 25 Jahre alter Mann durch Schüsse der Polizei verstarb. Die Mordkommission hat die Ermittlung übernommen. FOTO: Paul Zinken/dpa
Berlin. Erneut ist ein verwirrter Mann in Berlin von der Polizei erschossen worden. Offenbar gaben gleich mehrere Polizisten Schüsse ab. Unglücklicherweise konnte das speziell für solche Einsätze ausgebildete SEK-Team nicht kommen. dpa

Nachdem mehrere Berliner Polizisten am Dienstagabend einen 25-jährigen Mann erschossen, untersucht die Staatsanwaltschaft den Ablauf. Das ist in solchen Fällen üblich. „Die Ermittlungen laufen“, sagte ein Sprecher der Polizei am Mittwoch. Nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) schossen drei Polizisten auf den Mann. Wie viele Schüsse abgefeuert wurden, ist noch unklar. Es sei auch ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei angefordert worden, aber zu der Zeit bei einer Anti-Terror-Razzia im Einsatz gewesen, so die GdP.

Nach Darstellung der Polizei ging gegen 16.30 Uhr ein Alarm ein. Ein verwirrt wirkender Mann drohte demnach in der Ribnitzer Straße in Hohenschönhausen durch seine Wohnungstür, alle umzubringen, die in die Wohnung kommen, und sich selbst zu töten. Außerdem habe der Mann die Polizisten bedroht.

Die Polizisten seien davon ausgegangen, dass der Mann sich bereits selbst verletzt habe. Sie öffneten die Tür mit einer Ramme und standen dem mit einem Messer bewaffneten Mann gegenüber. Trotz mehrfacher Aufforderungen habe der Mann das Messer nicht fallen gelassen, erklärte die Polizei. Stattdessen sei er mit dem Messer auf die Polizisten zugegangen. Diese schossen auf ihn. Der Mann wurde schwer verletzt und starb in der Wohnung.

Steve Feldmann, Vorstandsmitglied der Berliner GdP, teilte zu den Schüssen der Polizisten mit: „Dass drei Kollegen die gleiche Option wählten, zeigt uns die Ausnahmesituation, in der sie sich befanden.“ Er fügte hinzu: „Dass das untersucht wird, ist richtig und wichtig, aber ich habe keinen Grund, an ihrer rechtmäßigen Handlung zu zweifeln.“

Die GdP wies „überhastete Forderungen“ nach Elektroschockgeräten, den sogenannten Tasern, zurück. Sie verwies auf den vom früheren Innensenator Frank Henkel (CDU) initiierten Testlauf mit Tasern in zwei Polizeiwachen. Dieser Testlauf habe aber bis heute nicht begonnen, obwohl die Geräte zur Verfügung stehen und die Polizisten inzwischen ausgebildet seien.

Im Internet zeigten viele Schreiber Verständnis für die Polizisten und sprachen von einer Notwehr-Situation. Andere kritisierten die Polizei und meinten, gezielte Schüsse in die Beine seien in der Situation angemessener.

Ende September 2016 hatten Polizisten einen 29-jährigen Flüchtling erschossen, der vor einer Asylbewerberunterkunft in Berlin-Moabit einen Mitbewohner mit einem Messer angriff. Anfang März 2016 war der Fahrer eines Autos, mit dem vier Einbrecher flüchten wollten, von einem Zivilfahnder erschossen worden.

Für großes Aufsehen hatte im Juni 2013 der Fall eines psychisch kranken Mannes gesorgt, der im Neptunbrunnen vor dem Roten Rathaus von einer tödlichen Polizeikugel getroffen wurde. Der nackt im Wasser stehende Mann hatte sich mit einem Messer selbst verletzt und ging dann auf einen Polizisten zu.