Der 55-jährige Tatverdächtige hatte die Ermittler am Mittwoch selbst zu der zerstückelten Leiche geführt. Nach bisherigem Erkenntnisstand, den Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag in Dresden mitteilten, handelt es sich bei dem Opfer um einen 59-jährigen Geschäftsmann aus Niedersachsen.

Der mutmaßliche Täter ist Kriminalbeamter am sächsischen Landeskriminalamt (LKA). Ihm waren Ermittler aus Hannover, die nach dem vermissten Opfer fahndeten, über einschlägige Kannibalismus-Internetforen auf die Schliche gekommen. Am Mittwoch wurde der verdächtige Mordermittler, ein Kriminalhauptkommissar, am Arbeitsplatz in Dresden festgenommen.

Dresdens Polizeipräsident Dieter Kroll sprach gestern bei einer ersten Pressekonferenz von einem "bizarren Fall", bei dem "mehrere Grenzen überschritten wurden". Der verdächtige Kollege sitzt zurzeit in U-Haft und wird noch befragt. Er hat sich laut Polizeiinformationen am 4. November mit dem 59-Jährigen verabredet mit der Absicht, ihn zu töten und die Leiche zu zerstückeln. Derzeit werden die Leichenteile zusammengesetzt, um Klarheit darüber zu gewinnen, ob Kannibalismus im Spiel war. Das streitet der Verdächtige ab.

Di e verscharrten Leichenteile waren am Mittwoch auf einem Grundstück in Reichenbach, das dem Polizeibeamten gehört, gefunden worden. Der 55-Jährige arbeitete als Sachverständiger im Kriminalwissenschaftlichen Institut des Landeskriminalamtes. Zu seinen Aufgaben gehörte die Spurenauswertung bei Mordfällen .

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