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| 12:30 Uhr

Polizist erhält nach Kopfschuss Bewährungsstrafe

An dieser Stelle verletzte der Polizist den 37-jährigen durch einen Schuss in den Kopf lebensgefährlich.
An dieser Stelle verletzte der Polizist den 37-jährigen durch einen Schuss in den Kopf lebensgefährlich. FOTO: Helbig
Cottbus. Bewährungsstrafe für einen Polizisten nach Kopfschuss: Wegen fahrlässiger Körperverletzung im Amt hat das Amtsgericht Cottbus einen Strafbefehl gegen den Polizeibeamten Olaf-Frank E. verhängt: neun Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung von zwei Jahren. Christian Taubert

In dem Verfahren gegen den Polizeibeamten Olaf-Frank E., aus dessen Dienstpistole sich vor gut einem Jahr ein Schuss löste und Karsten M. im Kopf getroffen hatte, hat das Amtsgericht Cottbus auf Antrag der Staatsanwaltschaft Cottbus jetzt einen Strafbefehl wegen fahrlässiger Körperverletzung im Amt erlassen. M. war bei dem Versuch der Kontrolle und geplanten Festnahme in einem anderweitigen Ermittlungsverfahren von dem Schuss getroffen worden.

Als Strafe wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von neun Monaten verhängt, wie der stellvertretende Pressesprecher des Amtsgerichts Cottbus Peter Merz am Freitag mitteilte. Die Freiheitsstrafe ist unter Auflagen für die Dauer von zwei Jahren zur Bewährung ausgesetzt worden. Als Bewährungsauflage wurde unter anderem die Zahlung von 3000 Euro zugunsten der Landeskasse angeordnet.

Der Vorfall hatte sich im August 2014 nach Mitternacht in Cottbus ereignet. Die Polizeibeamten stoppten ein Fahrzeug, in dem sich die gesuchte Person befand. Da mit mutmaßlicher Gegenwehr gerechnet wurde, zog der Polizeibeamte seine Dienstwaffe. Entgegen den Dienstvorschriften hatte er dabei den Finger am Abzug der Pistole und nicht parallel zum Lauf der Waffe, heißt es in der Mitteilung des Gerichtes. Dadurch löste sich versehentlich ein Schuss. Karsten M. wurde durch den Schuss in den Kopf getroffen und fiel dadurch in ein Koma. Der komatöse Zustand hält noch an. Der Polizeibeamte leistete im Anschluss an das Geschehen sofort Erste Hilfe.

Der Strafbefehl ist noch nicht rechtskräftig. Der beschuldigte Polizist hat die Möglichkeit, innerhalb von zwei Wochen Einspruch gegen diesen zu erheben. Im Falle eines Einspruches käme es zu einer Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Cottbus.