Der Wechsel an die Spitze des BKA in Wiesbaden ist für den Bremer Innenstaatsrat Holger Münch auch die Rückkehr an eine frühere Wirkungsstätte. Als Polizeichef in Bremen machte sich der 53-Jährige mit einer Organisationsreform einen Namen. Er setzte zudem das Verbot des Rockerclubs Mongols durch und forcierte den Einsatz von künstlicher DNA, um Einbrecher abzuschrecken.

Münch begann seine Berufslaufbahn in seiner Heimatstadt Bremen 1980 im Polizeidienst. Zuvor hatte er seine Ausbildung 1978 bei der Bremer Bereitschaftspolizei begonnen und danach noch ein Fachhochschuldiplom als Verwaltungswirt gemacht. Von 1987 bis 1991 arbeitete er bereits einmal beim BKA-Standort in Meckenheim bei Bonn als Aufklärer, Personen- und Staatsschützer. Von 1993 bis 1995 studierte er an der Polizeiführungsakademie in Münster. Jetzt wird Münch Präsident des BKA in Wiesbaden - als Nachfolger des 67-jährigen Jörg Ziercke, der in den Ruhestand geht.

Nach seiner Rückkehr zur Bremer Polizei stieg Münch über den Posten des Kripochefs bis zum Polizeipräsidenten auf. Seit November 2011 ist er Staatsrat bei Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) und auch dessen Stellvertreter. Münch genießt hohes Ansehen, nicht nur innerhalb seiner Behörde und bei der Polizei. Er gilt als kreativer Denker, der immer auch versucht, Kritiker und Skeptiker einzubeziehen. Mitarbeiter beschreiben den Vater von zwei Söhnen, Hobbykoch und begeisterten Fahrradfahrer als humorvoll. Aus seinem Umfeld heißt es, der parteilose Münch sei kein Hardliner, also einer der auch "sozial denkt". Ebenso könne er gut organisieren, sei intelligent, verfüge über eine schnelle Auffassungsgabe und sei flexibel.

Bei der Ernennung Münchs würdigte Innenminister Thomas de Maizière (CDU) die Verdienste des scheidenden BKA-Präsidenten Jörg Ziercke: "Er war mir ein wichtiger Ratgeber." Wie Ziercke habe auch der Nachfolger Münch das Polizeihandwerk von der Pike auf gelernt.