„Wir haben durch unser Zugreifen einen Terroranschlag verhindert“, sagte PET-Chef Jacob Scharf. Allerdings wurden später nur zwei als „zentral“ eingestufte Festgenommene einem Haftrichter vorgeführt. Die anderen Sechs sollten nach Geheimdienstangaben bis zum Abend wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Bei den Festnahmen sowie gleichzeitig durchgeführten Razzien in insgesamt elf Kopenhagener Wohnungen fand die Polizei nach eigenen Angaben „unmittelbar gefährlichen Sprengstoff“. Ein Hausaufgang wurde wegen dieses Sprengstoffes zeitweise evakuiert. Weitere Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt.

Justizministerin Lene Espersen sagte, es sei „höchst bedauerlich, dass in Dänemark Gruppen und einzelne Personen den Willen und die Kapazität zu Terrorakten haben“. Scharf beschrieb die Festgenommenen als „militante Islamisten mit internationalen Verbindungen, darunter auch zu führenden Mitgliedern von El Kaida“. Man sei sich mit anderen Geheimdiensten einig, dass El Kaida nach einer Periode mit starkem Druck auf das Terrornetzwerk nun wieder so gut Fuß gefasst habe, um Anschläge in Europa ausführen zu können.

Sechs der Festgenommenen sind den Polizeiangaben zufolge dänische Staatsbürger ausländischer Herkunft und in zwei Fällen mit Aufenthaltsgenehmigungen in Dänemark wohnhaft. Als Herkunftsländer nannte der Geheimdienstchef Afghanistan, Pakistan, Somalia und die Türkei.

Die dänischen Behörden hatten 2005 und 2006 ähnliche Razzien mit der Verhinderung oder Vorbeugung geplanter Terroranschläge begründet. Nach der Festnahme vier junger Männer im Oktober 2005 wurde ein 17-Jähriger im Februar dieses Jahres zu sieben Jahren Haft verurteilt, weil er an der Vorbereitung von Terroranschlägen mit Gleichgesinnten aus Bosnien mitgewirkt hatte. Von sieben im September 2006 in Odense festgenommenen Männern stehen vier ab Mittwoch vor Gericht.