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DHL-Bomber
Die Polizei warnt weiter vor verdächtigen Paketen

Potsdam/Ulm. Mit mehr als 50 Beamten fahndet eine Sonderkommission der Brandenburger Polizei nach dem DHL-Erpresser. dpa

Im Zuge der Fahndung nach dem DHL-Erpresser warnt die Polizei eindringlich vor dem Öffnen verdächtiger Pakete. Da Paketbomben in der Regel erst beim Öffnen explodierten, sollten Empfänger bei einem Verdacht das Paket oder den Brief keinesfalls berühren und sich in Sicherheit bringen, hieß es in einer vom Polizeipräsidium des Landes Brandenburg im Internet veröffentlichten Handlungsanweisung: „Unterlassen Sie im Verdachtsfall jegliches weiteres Hantieren mit der Sendung!“

Mit einer Grafik wird erläutert, welche Merkmale eine verdächtige Postsendung haben könnte. Die Anweisung soll nun auch als Handzettel an die Bevölkerung verteilt werden.

Allein am Vortag seien von Bürgern acht Verdachtsfälle gemeldet worden, die sich glücklicherweise als harmlos herausgestellt hätten, sagte Polizeisprecherin Stefanie Klaus am Mittwoch. „Wir sind sehr froh, dass die Bürger so aufmerksam sind und rufen dazu auf, jeden Verdachtsfall zu melden.“

Zu der Paketbombe, die in der vergangenen Woche einer Potsdamer Apotheke zugestellt wurde, seien bei der Sonderkommission „Quer“ bislang mehr als hundert Hinweise eingegangen. „Eine heiße Spur war bislang nicht darunter“, sagte Klaus. Mit mehr als 50 Beamten fahndet die Sonderkommission der Brandenburger Polizei nach dem DHL-Erpresser.

Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung (Mittwoch) sollen der oder die Erpresser von dem Paketdienstleister DHL zehn Millionen Euro in der Kryptowährung Bitcoins fordern. Zu dem Bericht wollte sich die Polizei nicht äußern. Die Staatsanwaltschaft war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Der unbekannte Erpresser hatte Anfang November Paketbomben an einen Online-Versandhändler in Frankfurt (Oder) und am Freitag vergangener Woche  an eine Apotheke in Potsdam geschickt. In einem mit einem „QR“-Code verschlüsselten Schreiben wurde DHL zur Zahlung einer Geldsumme in Höhe von mehreren Millionen Euro aufgefordert. Es handelt sich dabei  um  einen Barcode, mit  dem  Informationen  verschlüsselt  versendet   werden können.
Unterdessen hat in Ulm ein harmloses Werbegeschenk zu Weihnachten einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Die Beamten waren am Mittwoch zu einer Apotheke gerufen worden, weil dort ein Paket ohne Absender eingegangen war. Nach einer guten Stunde gab es Entwarnung. Es habe sich um eine normale Paketlieferung mit einem Werbegeschenk gehandelt, sagte eine Polizeisprecherin.