Es sind haarsträubende Geschichten, über die Eltern und Schüler aus der Freien Oberschule im Fläming-Städtchen Baruth berichten. Schüler sollen dort speziell von einem Lehrer, Jörg T., gedemütigt und unter Druck gesetzt worden sein. Die Rede ist von Beschimpfungen und erniedrigenden Strafen. So hätten Schüler zur Strafe "stundenlang" auf einer Bodenfliese stehen müssen.

Die Schule selbst weist die Vorwürfe zurück.

Schüler zum Weinen gebracht

Dass die Vorwürfe nicht aus der Luft gegriffen sind, belegt der Fall von Axel Schulz aus Luckau (Dahme-Spreewald). Seine Tochter Marina besuchte die Freie Oberschule in Baruth bis vor wenigen Wochen. "Ich bin froh, dass die Missstände jetzt an die Öffentlichkeit kommen", sagte Schulz der RUNDSCHAU. Bereits im Juni hatte sich der Luckauer mit einem Brief an die Betreibergesellschaft "ASG - Anerkannter Schulträger" in Sachsen gewandt. In dem Schreiben heißt es: "Meine Tochter erzählt regelmäßig zu Hause, dass der Lehrer Herr T. die Schüler beleidigt und sogar so weit geht, dass sie weinen."

So soll Lehrer Jörg T. einmal einen Hammer auf den Lehrertisch gelegt und angekündigt haben: "Wer heute nicht spurt, dem kommt DER hier entgegengeflogen."

Heute ärgert sich Axel Schulz, dass er nicht massiver vorgegangen ist und bei der Polizei Anzeige erstattet hat.

Es war einschüchternd

"Ich bin immer sehr ungern zum Unterricht von Herrn T. gegangen", erzählt Marina. "Es war komisch und einschüchternd." Von Schlägen und blutigen Wunden aber, über die andere Eltern berichten, weiß Marina nichts. An einen Fall, bei dem ein Schüler mit Panzerband geknebelt worden sein soll, erinnert sie sich. Ja, der Lehrer habe das Band mitgebracht. Letztlich habe sich der Schüler das Klebeband nach Aufforderung durch den Jörg T. selbst über den Mund geklebt.

Das brandenburgische Bildungsministerium ist aufgeschreckt, kann nach eigenen Angaben aber nicht unmittelbar mit der Schulaufsicht eingreifen, weil es sich nicht um eine staatliche Schule handelt. "Wir erwarten vom Freien Träger, dass er die Vorwürfe in seinem eigenen Interesse jetzt schnell aufklärt", sagte Ministeriumssprecher Stephan Breiding.

Und genau das kündigte ASG-Geschäftsführer Elmar Süß am Donnerstag gegenüber der RUNDSCHAU auch an. "Ich will, dass die Fälle juristisch geklärt werden, und werde daher Anzeige erstatten." Ob er den Lehrer Jörg T. womöglich wegen Körperverletzung anzeigt oder Eltern wegen "übler Nachrede", ließ Süß gestern offen. "Unsere Rechtsabteilung prüft das noch."