Vor der Berliner Gedächtniskirche sind die Vorkehrungen gegen einen erneuten Terroranschlag schon gut sichtbar. Hier, wo der Terrorist Anis Amri mit einem entführten Lastwagen vor zwei Jahren einen Anschlag verübt hat, testen Berliner Sicherheitskräfte neue Methoden der Gefahrenabwehr.

Der ganze Breitscheidplatz ist in diesem Jahr mit schweren Sperren abgeriegelt worden. Auf den Straßen an den Längsseiten stehen miteinander verschraubte Gitterkörbe, die mit großen Taschen voll Sand beschwert sind. Fußgängerzugänge und andere Zufahrten wurden mit extra Pollern und Betonsockeln zugestellt. Die Sperren sollen Schutz gegen Terroranschläge mit bis zu 40 Tonnen schweren Lastwagen bieten.

Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen gibt es auch auf Brandenburger Märkten. In Cottbus, wo der große Weihnachtsmarkt der tausend Sterne am Montag eröffnet wird, setzt man auf die im vergangenen Jahr bewährten Sicherungsvorkehrungen. So sollen Betonpoller ein Einfahren in die Sprem und den Altmarkt verhindern. Polizei und Ordnungsamt wollen zudem mit zusätzlichen Streifen im Stadtgebiet präsent sein.

In Brandenburg herrsche wie in ganz Deutschland eine hohe abstrakte Gefahr terroristischer Anschläge, betont Polizeipräsident Mörke. „Das bedeutet, dass wir derzeit keinen konkreten Hinweis auf einen geplanten Anschlag haben, aber Gefährder kennen, denen ein Anschlag zuzutrauen wäre“, erläuterte Mörke kürzlich bei einer Terrorübung in Bernau. „Es kann uns jederzeit treffen.“

Auch in Sachsen ist man vorbereitet. Auf dem 584. Striezelmarkt in Dresden will die Polizei mit einer mobilen Polizeiwache für Sicherheit sorgen, auch Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes und des Ordnungsamtes sind im Einsatz. Eine Einsatzgruppe des Stadtordnungsdienstes läuft Streife.

Zudem sollen wie in den vergangenen Jahren Betonelemente vor Attacken schützen. Neu sind zwei mobile Schranken an den Zufahrten und mit Wasser gefüllte Indutainer, faltbare Container, sowie mobile Fahrzeugsperren. Das Sicherheitskonzept sei wie jedes Jahr angepasst worden, sagt der Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, Robert Franke.

Auch in Leipzig werden auf den Hauptachsen zum Weihnachtsmarkt laut Stadt zusätzlich zu schon bestehenden Poller-Anlagen Betonsperren aufgestellt. Die Polizei werde verstärkt Streife laufen, heißt es. Der Markt öffnet schon am Dienstag, einen Tag eher als in Dresden.