Ein sogenannter "Abzieher", ein Werkzeug für Schlosser, diente den Dieben als Schlüssel. Damit ausgerüstet machten sie sich zunächst an Zigaretten-, später dann an Parkscheinautomaten zu schaffen. "Sie können sich das wie beim Öffnen einer Weinflasche vorstellen", sagt Polizeisprecher Marko Laske der RUNDSCHAU. Nur, dass statt des Korkens das Schloss der Automaten herausgezogen werde. "Das ist professionelles Vorgehen und erfordert handwerkliches Geschick", erläutert Laske.

Mit anderen Worten: Die Täter wussten, was sie taten. Und sie haben dieses Wissen gewinnbringend eingesetzt. 89 Straftaten hat die Kriminalpolizei Dresden der neunköpfigen Bande zugeordnet. Der Gesamtschaden durch die ermittelten Taten liegt bei 335 000 Euro. Ihren Anfang nahm die Serie im Dezember 2014. Damals wurden in Dresden vermehrt Zigarettenautomaten geknackt. Gestohlen wurden Tabak und Bargeld. Seit März 2015 ging es dann vorrangig mit Parkscheinautomaten weiter - und über Dresden hinaus. Mitte April schlugen die Täter auch in Cottbus und Senftenberg zu.

Auf die Schliche ist ihnen die Polizei durch einen Zufall gekommen. Ende Januar wurden zwei Männer (34 und 39) auf frischer Tat ertappt. Ermittlungen im Umfeld hätten dann schließlich zum Rest der Bande geführt, sagt Polizeisprecher Laske. Die drei Rädelsführer (34, 36, 39) sitzen nun in Untersuchungshaft. Gegen den Rest wird weiter ermittelt. Wie die Gruppe zueinandergefunden hat, ist noch unklar. Die Mehrheit wohnt in Dresden, einer der Täter in Hoyerswerda.