In Sachsen wurde 74 Personen das Verbot des Bundesinnenministers überbracht, zahlreiche Wohnungen und Klubhäuser, vor allem in Dresden, Chemnitz und Plauen durchsucht. Razzien zur Umsetzung des Hells-Angels-Verbotes betrafen besonders Eisenhüttenstadt, Beeskow und Storkow. In der Lausitz war der Raum Cottbus Schwerpunkt der Aktion, an der allein in Brandenburg mehr als 650 Beamte beteiligt waren.

Es war die größte Polizeiaktion gegen Rockerklubs, die es je in Ostdeutschland gegeben hat. Dabei wurden Motorräder, Kutten, Waffen und mehrere Tausend Euro Bargeld beschlagnahmt.

Begründet wurde das harte Vorgehen mit dem kriminellen Potenzial der Gangs. "Von dem Verein geht eine schwerwiegende Gefährdung der Rechtsordnung und der öffentlichen Sicherheit aus", sagte Brandenburgs Innenminister über die Frankfurter Hells-Angels-Gruppierung.

Über den Gremium MC Sachsen sagte Bundesinnenminister Friedrich: "Strukturen und Aktivitäten des Vereins sind auf die gewalttätige Gebiets- und Machtentfaltung mit dem Ziel der Begehung von Straftaten in seinem Einflussgebiet vor allem in Sachsen und Brandenburg ausgerichtet." Hintergrund der Verbotsverfügungen sind auch brutale Machtkämpfe der Rocker-Gangs, bei denen im Dezember 2011 ein unbeteiligter Jugendlicher fast getötet wurde.

Thema des Tages Seite 3