Gleichzeitig schnappen im britischen Whitby (North Yorkshire) Zielfahnder aus Brandenburg und England einen fünften Verdächtigen, der sich zuvor auf die Insel abgesetzt hatte.

Dann beginnen die Durchsuchungen: Sechs Wohnungen und Häuser werden auf den Kopf gestellt. Hier stellen die Ermittler Mobiltelefone, Navigationsgeräte, Computertechnik und Datenträger in erheblichem Umfang sicher. Außerdem stoßen sie auf schriftliche Unterlagen und Diebesgut, das nun von zwei Analytikern der europäischen Polizei-Behörde Europol ausgewertet wird. Die Verdächtigen werden am Donnerstag dem Bezirksgericht in Gorzow vorgestellt und sollen möglichst bald - wie auch der in England Verhaftete - der deutschen Justiz überstellt werden. Darüber informierten die Behörden am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung.

Möglich gemacht wurde dies durch die deutsch-polnische Justizkooperation in Form eines Joint Investigation Teams (JIT) zwischen der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) und der Bezirksstaatsanwaltschaft Gorzow Wlkp. Im Rahmen dieses JIT konnten Beamte des LKA Brandenburg und der Kriminalabteilung in Gorzow seit März unmittelbar gemeinsam gegen die Diebes- und Hehlerbande ermitteln. "Dadurch konnten die Ermittlungen intensiver, und ohne den oft aufwendigen Weg der formellen Rechtshilfe beschreiten zu müssen, vorangetrieben werden", erläutert Polizeisprecher Dietmar Keck.

Bereits im Januar waren im Zuge der Ermittlungen sechs polnische Männer verhaftet worden. Unter den jetzt Verhafteten soll auch der Kopf der Bande sein, die für mindestens 60 Fälle auf Autoklau verantwortlich sein soll.

Das aktuelle JIT ist das zweite deutsch-polnische. Ein erstes hatte Ende 2014 zur Zerschlagung einer Bande geführt, der 158 Straftaten vorgeworfen wurden. Derzeit müssen sich 22 Angeklagte in Polen vor Gericht verantworten. "Die Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg ist ein wichtiger Baustein bei der Bekämpfung international agierender Verbrecherbanden", so der Leiter der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder), Helmut Lange, am Donnerstag.