Allein im Bereich Schönefeld und Walterdorf, einem Kerngebiet der Schleuserkriminalität, nahm die Polizei im zweiten Halbjahr 2002 insgesamt 594 Menschen fest, sagte Kriminaldirektor Hans-Joachim Zimmerling.
Nach der vorläufigen Jahresbilanz der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Schleuserkriminalität von Polizei und Bundesgrenzschutz entspricht dies einem Anstieg von rund 20 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Der seit vergangenem Oktober bestehenden Ermittlungsgruppe gehören zwölf Beamte an, darunter fünf vom Bundesgrenzschutz.
Einreiseweg der Flüchtlinge sei überwiegend die Route Neu Delhi, Moskau, Warschau, Neiße-Grenze, sagte Zimmerling. Die im vergangenen Jahr festgenommenen Ausländer - zu 85 Prozent Männer - stammten vor allem aus Indien (247), Russland (98) und Afghanistan (96). Große Gruppen kamen zudem aus Pakistan (38), dem Irak (37) und China (27). "Polnische Schleuserbanden bringen sie ins Land, teilweise unterstützt durch deutsche Kuriere", erläutert Zimmerling. Jeder Flüchtling zahle zwischen 5000 und 8000 Euro für den Transport nach Brandenburg, weiß der Experte.
Fünf polnische Schleuser haben die Ermittler 2002 erwischt. "Wir rechnen ganz stark damit, demnächst mit Hilfe unserer polnischen Kollegen erneut hochrangige Schleuser festzusetzen." Erst unlängst hatte die bayerische Polizei eine von Berlin aus agierende Schleuserbande dingfest gemacht. Dabei wurden den Angaben zufolge vier Personen verhaftet, vier weitere in Berlin und Brandenburg festgenommen.
"Ziel ist vor allem, den Hintermännern gemeinsam an den Kragen zu gehen", hob Zimmerling hervor. Zudem sorge die Kooperation mit dem Grenzschutz dafür, dass die aufgegriffenen Flüchtlinge nicht über Gebühr festgehalten würden. "Wir wollen vielmehr, dass sie schnell in die Obhut der Sozialstation am Flughafen Schönefeld kommen." (dpa/wie)