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| 01:36 Uhr

Polizei fordert Stopp der Afghanistan-Hilfe

Ausbildung durch deutsche Polizisten im nordafghanischen Masar-i-Sharif. Wie es damit weitergeht, ist derzeit sehr unklar. Foto: ddp
Ausbildung durch deutsche Polizisten im nordafghanischen Masar-i-Sharif. Wie es damit weitergeht, ist derzeit sehr unklar. Foto: ddp FOTO: ddp
Berlin. Die Berichte über den angeblichen Waffenhandel in Afghanistan mit deutschen Pistolen haben die Polizei-Gewerkschaften alarmiert. Notfalls müsse die deutsche Hilfe für die Ausbildung der afghanischen Polizei gestoppt werden, forderte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg. dpa/ab

Ähnlich äußerte sich die Deutsche Polizeigewerkschaft. Dagegen sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete und Außenexperte Andreas Schockenhoff: "Ein Rückzug aus der Polizeiausbildung wäre völlig kontraproduktiv." Im Gegenteil müsse Deutschland hier seine Anstrengungen erhöhen. In Afghanistan sind zurzeit etwa 100 deutsche Polizisten im Einsatz. Freiberg sagte: "Viele afghanische Sicherheitskräfte wechseln nach ihrer Ausbildung die Seiten, weil die Clan-Fürsten sie besser bezahlen ( . . . ). Ohne ein sicheres Umfeld ist es nicht zu verantworten, deutsche Polizeiausbilder weiterhin nach Afghanistan zu schicken." Auch CSU-Politiker Hans-Peter Uhl betonte, es könne nicht sein, dass Deutschland mit viel Geld Sicherheitskräfte ausbilde, deren Ausrüstung dann in Teilen im gegnerischen Lager lande.Das Bundesverteidigungsministerium hatte 2006 einen Altbestand von 10 000 ausgemusterten Walther-P1-Pistolen im Rahmen eines Abkommens an das afghanische Innenministerium übergeben. Der Norddeutsche Rundfunk hatte berichtet, dass Pistolen aus Bundeswehr-Beständen nun auf Schwarzmärkten in Afghanistan und Pakistan gehandelt würden. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Thomas Raabe, hatte am Montag erklärt, das Ministerium habe keine Erkenntnisse über einen solchen Waffenhandel. Es werde die Berichte aber prüfen. Raabe: "Vielleicht müssen wir darüber nachdenken, noch strengere Vorkehrungen treffen zu müssen. Aber wir haben jetzt schon sehr strenge Vorkehrungen." Er betonte zugleich, der Aufbau von Armee und Polizei in Afghanistan sei "ohne Waffen nicht möglich". dpa/ab