Nach Ansicht des Gewerkschafts-Chefs muss auch "geprüft werden, ob der Bußgeldkatalog für Radfahrer nicht an den für Autofahrer angepasst werden könnte, etwa wenn man beim Radfahren das Handy benutzt." Um Verstöße besser ahnden zu können, hält Witthaut zudem eine Kennzeichnungspflicht für Fahrräder in Deutschland für sinnvoll: "Da kann man ganz intensiv drüber nachdenken, gerade auch mit Blick auf die E-Bikes."

Zuletzt hatte Bundesverkehrsmister Peter Ramsauer (CSU) ein zunehmend rücksichtsloses Verhalten von Radfahrern kritisiert. Witthaut sagte, notwendig sei auch eine höhere Kontrolldichte, um den Druck zu erhöhen, dass Fehlverhalten auch geahndet werde. Hierfür fehle aber oft Personal.

Der Grünen-Fraktionschef im Bundestag, Jürgen Trittin, kritisierte am Wochenende explizit die Radfahrer in der Bundeshauptstadt Berlin. "Es ist manchmal abenteuerlich, wie es hier zugeht", sagte er der "Berliner Zeitung". Viele Radfahrer brächten sich selbst in Gefahr - etwa, indem sie ohne Licht und helle Bekleidung unterwegs seien oder Radwege in die falsche Richtung benutzten.

Hintergrund Seite 2

Zum Thema:
Radfahrer kommen bisher bei Verstößen glimpflich davon. Die Höchststrafe liegt bei 350 Euro Bußgeld, wenn ein Bahnübergang trotz geschlossener Schranke überquert wird. 180 Euro sind fällig, wenn es beim Überfahren einer roten Ampel zum Unfall kommt. Telefonieren auf dem Rad kostet 25 Euro. Nichtbenutzung des Radwegs und Fahren gegen die Einbahnstraße schlagen mit 15 Euro zu Buche. Missachtung des Zebrastreifens kostet 40 Euro, freihändig fahren 5 Euro.