Doch wenn alles glatt geht, wird der Aufstieg des treuen Parteisoldaten kaum noch zu bremsen sein. Schon jetzt wird Xi als Nachfolger für Chinas starken Mann, Präsident Hu Jintao, gehandelt. Auch ein wenig Glamour umweht den sonst eher trocken wirkenden Vize-Präsidenten: Er ist seit Langem mit der in China sehr beliebten Sängerin Peng Liyuan verheiratet.
Der 1953 in Peking geborene Xi entstammt zwar einer alten chinesischen Politiker-Dynastie, doch dass er es in der Hierarchie der Kommunistischen Partei Chinas derart schnell nach oben schaffte, erstaunt selbst erfahrene Beobachter. Sein Vater Xi Zhongxun begründete die kommunistische Guerilla in der Provinz Shaanxi und kämpfte an der Seite von Mao Zedong. Er diente dem Gründer der Volksrepublik als Vize-Premier. Als sein Vater während der Kulturrevolution (1966-1976) als Konter-Revolutionär im Gefängnis landete, wurde der 15-jährige Xi wie Millionen andere Schüler und Studenten zur Umerziehung aufs Land geschickt - ausgerechnet nach Shaanxi, wo sein Vater einst den Widerstand organisiert hatte.
Nach den harten Erfahrungen auf dem Land trat Xi 1974 in die Kommunistische Partei ein. Ein Jahr später durfte er zum Studium an der Qinghua-Universität nach Peking zurückkehren - einer bekannten Kaderschmiede, an der auch Hu Jintao ausgebildet wurde. Nach dem Abschluss nahm Xi den klassischen Partei-Karriereweg über die Provinzen - und näherte sich damit zielsicher dem Zentrum der Macht.
Seine von 2000 bis 2002 dauernde Amtszeit als Gouverneur in der südlichen Küstenprovinz Fujian zeichnete sich durch das Fehlen größerer Korruptionsfälle aus. Als Parteichef der Industrieprovinz Zhejiang und als Bürgermeister von Shanghai empfahl sich Xi für höhere Aufgaben. Seit Oktober vergangenen Jahres gehört er dem einflussreichen ständigen Komitee des Politbüros an, im März wurde er zum Vizepräsidenten gekürt.
Die Organisation der heißen Phase der Olympischen Spiele, mit der ihn Hu im Januar betraute, ist nun die Feuerprobe für Chinas Polit-Aufsteiger. Besteht Xi diese, stehen ihm alle Tore offen: Bis 2010 könnte er nach Ansicht von Experten zum stellvertretenden Vorsitzenden der Zentralen Militärkommission ernannt werden.
Schon 2012 könnte er dann Hus Nachfolge als Parteivorsitzender antreten und ein Jahr später als Präsident in Pekings Machtbezirk Zhongnanhai einziehen. (AFP/ta)