Mugabe bleibt dagegen Staatschef. Der Chef einer von Tsvangirais Partei MDC abgespaltenen Splitterpartei, Arthur Muthambara, wird auch sein Stellvertreter als Ministerpräsident. Beide Parteien bilden eine knappe Parlamentsmehrheit. Fünf Monate nach Unterzeichnung eines Machtaufteilungsabkommens hatte der jüngste Simbabwe-Krisengipfel des regionalen Staatenbunds SADC den Fahrplan vorgegeben. Viele wollen jedoch nicht so recht daran glauben, dass die dem Abkommen entsprungene Dreierkoalition mit Mugabes Zanu(PF) eine faire oder dauerhafte Verbindung sein wird. Mugabe kontrolliert weiterhin alle Schlüsselressorts, um seine Macht abzusichern - die MDC bekommt zwar ein Ressort mehr, dafür aber die eher unbedeutenden Ressorts. Mugabe bleibt an der Macht Der mit eiserner Faust regierende Autokrat Mugabe, dessen Regierung schwere Menschenrechtsverstöße zur Last gelegt werden, bleibt als Staatschef an der Macht. Er war im Juni 2008 als Sieger aus einer Stichwahl hervorgegangen, bei der er als einziger Kandidat angetreten war. Tsvangirai hatte bei den Wahlen im März nach dem offiziellen Ergebnis nicht die absolute Mehrheit erreicht und sich in letzter Minute wegen der Drangsalierung seiner Anhänger zurückgezogen. Optimistische Beobachter hoffen, dass Mugabe nun die Koalitionsregierung als Chance verstehen wird, um sich gefahrlos in den Ruhestand zu verabschieden und den Weg für Neuwahlen zu ebnen. Sicher ist das nicht. Doch mangels tragbarer Alternativen gilt diese Lösung nach Ansicht von Experten als beste unter allen anderen, die die Staaten der Region Tsvangirais MDC geradezu aufdrängten. Denn sie spüren zunehmend die Folgen des Kollapses in Simbabwe. Er könnte sogar die Fußball-WM 2010 in Südafrika überschatten - die erste Fußball-Weltmeisterschaft auf dem Kontinent. Land mit großen Problemen Simbabwe befindet sich in der schwersten Krise seiner Geschichte. "Mugabes regierende Zanu(PF) ist in Auflösung, das Land ist zum Stillstand gekommen, die Wirtschaft wurde von korrupten Beamten ausgeblutet und eine erschreckend hohe Zahl der Bevölkerung ist entweder am Hungern oder liegt wegen Cholera und Aids im Sterben", schrieb die südafrikanische Wirtschaftszeitung "Business Day". Armut, Hyperinflation und der Zusammenbruch großer Teile der staatlichen Infrastruktur haben unter anderem zu einer schweren Cholera-Epidemie mit rund 3400 Toten und mehr als 68 000 Infizierten geführt. Die durchschnittliche Lebenserwartung in dem einstigen Modellstaat ist auf 30 Jahre für Frauen und 32 Jahre für Männer gesunken. Die Hoffnung der Afrikaner klammert sich an Hilfe von außen. Die Afrikanische Union (AU) hat den Westen deswegen bereits kontaktiert und zu einer Aufhebung der Sanktionen gegen den seit der Unabhängigkeit amtierenden Mugabe und seine Gefolgsleute aufgerufen. Zuvor will Mugabe dem darbenden Land noch etwas gönnen: Zu seinem 85. Geburtstag am 21. Februar hat er aus der klammen Staatskasse nach Medienberichten 300 000 Dollar für eine rauschende Party beantragt.