März 1927: Hans-Dietrich Genscher wird in Reideburg/Saalkreis geboren. Nach Kriegsdienst und Ergänzungsabitur nimmt er 1949 sein Jura-Studium auf.

1952: Eintritt in die FDP.

1969: Nach der Bundestagswahl ist Genscher maßgeblich an der Bildung einer sozialliberalen Koalition beteiligt und wird im Oktober Innenminister im Kabinett von Willy Brandt (SPD).

1972: Bei der Geiselnahme jüdischer Sportler während der Olympischen Spiele in München bietet sich Genscher als Austauschgeisel an, das wird aber von den palästinensischen Terroristen abgelehnt. Den tödlichen Ausgang des Dramas sieht Genscher als persönliche Niederlage und bietet seine Rücktritt an.

1974: Während der Spionage-Affäre um Günter Guillaume gerät auch Genscher als oberster Dienstherr des Verfassungsschutzes unter Druck. Nach dem Rücktritt Brandts übernimmt er den Posten des Außenministers und Vizekanzlers unter Helmut Schmidt (SPD). Genscher löst Walter Scheel als FDP-Chef ab.

1982: Austritt der FDP-Mitglieder aus dem Kabinett Schmidt.

Oktober 1982: Nach der Wahl von Helmut Kohl (CDU) zum Bundeskanzler behält Genscher seine bisherigen Ämter. 1985: Wegen Kritik an seinem Führungsstil gibt Genscher sein Amt als FDP-Parteivorsitzender an Martin Bangemann ab.

30. September 1989: Auf dem Balkon der bundesdeutschen Botschaft in Prag sagt Genscher: "Wir sind gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Nacht ihre Ausreise. . .". Das Ende geht im Jubel Tausender Flüchtlinge unter.

Juli 1990: Treffen von Kanzler Kohl, dem sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow und Genscher im Kaukasus. 1992: Der Vizekanzler und Außenminister tritt von seinen Ämtern zurück, er wird Ehrenvorsitzende der FDP.

1998: Genscher verlässt nach 33 Jahren den Bundestag.