Am Ende des Jahres ist alles wie immer: Die SPD regiert das Land Brandenburg, wie schon seit 1990. Das Hoch, das die CDU noch bei den Bundestagswahlen im vergangenen Jahr im Land erlebte, scheint wie so viele Hochs der Brandenburger Union verpufft. Zwar konnten die Christdemokraten bei den Landtagswahlen am 14. September zulegen, und sich von 19 auf 21 Sitze im Potsdamer Landtag verbessern.

Doch handwerkliche Fehler des Spitzenkandidaten Michael Schierack verhinderten am Ende die rot-schwarze Koalition - obwohl der alte und neue Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) im Vorfeld der Landtagswahl als durchaus offen für einen Wechsel des Regierungspartners galt. Es blieb bei Rot-Rot.

Der große Verlierer ist die Linkspartei: Doch auf der politischen Bühne des Landes veränderte sich im Wahljahr 2014 trotzdem so viel wie schon lange nicht mehr. Da ist zunächst die Linkspartei. Dem kleinen, stark überalterten Koalitionspartner gehen die Wähler in Scharen verloren: Bei den Landtagswahlen verloren die Linken neun Landtagssitze, den Posten der Parlamentsvizepräsidentin und einen Minister im Kabinett. Und auch in der Neuauflage der rot-roten Koalition fällt es derzeit noch schwer, ihre Handschrift zu entdecken - obwohl Finanzminister Christian Görke eine solide Arbeit abliefert. Doch im Zentrum der Aufmerksamkeit der nächsten Jahre dürfte die neue Superministerin Diana Golze stehen: Sie hat unter anderem das Sozialministerium von der SPD übernommen. Ein Haus, das seit der legendären Sozialministerin Regine Hildebrandt (SPD) fast schon zum Erbgut der brandenburgischen Sozialdemokratie gehörte, und dessen Übergang an die Linkspartei wohl dazu beitrug, dass Dietmar Woidke auf einem Parteitag im November das schlechteste Wahlergebnis eines SPD-Parteivorsitzenden seit 14 Jahren einfuhr. Ein noch mieseres Ergebnis gelang nur der Brandenburger FDP, die trotz eines engagierten Wahlkampfs mit 1,5 Prozent der Stimmen aus dem Landtag flog. Ob von dieser Partei noch einmal zu hören sein wird, wird wohl nicht in Brandenburg entschieden.

Der Newcomer AfD: Für einen Paukenschlag sorgte dagegen die Alternative für Deutschland (AfD): Elf Abgeordnete, von denen einer noch vor der ersten Parlamentssitzung aus der Fraktion ausgeschlossen wurde, zogen in das Potsdamer Stadtschloss ein. Viele von ihnen waren zuvor schon in anderen Parteien aktiv, eine erkleckliche Zahl hat eine rechtsextreme Vergangenheit. Oder auch Gegenwart?

Tatsache ist, dass sich die AfD im Potsdamer Landtag als Partei eingeführt hat, die sich rechts von der CDU, aber noch im demokratischen Spektrum befindet. Doch immer wieder lassen die Reden des AfD-Fraktionsvorsitzenden Alexander Gauland das Bild eines Mannes entstehen, der am Ufer des Grenzgrabens zum rechtsextremen Lager steht, und sehnsüchtig herüberschaut. Ihre Rolle im Landtag noch finden müssen dagegen die drei Abgeordneten der Freien Wähler: Ihrem prominentesten Mitglied, dem früheren SPD-Politiker und Fluglärmgegner Christoph Schulze gelang bei der Landtagswahl das Husarenstück, zum ersten Mal in der Geschichte des Landes einen Wahlkreis ohne Unterstützung einer großen Partei direkt zu gewinnen. Doch zur Bildung einer Fraktion fehlt den drei Abgeordneten ein Mitstreiter. Weswegen sie nun um einen Gruppenstatus im Landtag und eine entsprechende Ausstattung mit Referenten und Mitarbeitern kämpfen.

Nichts Neues beim BER: Und sonst? Der Großflughafen BER ist immer noch nicht fertig, was nun wirklich keine Nachricht mehr ist. Dass der Geschäftsführer Harmut Mehdorn Ende des Jahres wütend hinschmiss, ist schon bemerkenswerter. Doch ein Ende des Milliardendesasters um den Hauptstadtairport ist trotz eines im Dezember vorgelegten sogenannten Terminbands, das eine Eröffnung im Herbst 2017 vorsieht, weiterhin nicht absehbar. Wirklich verlässlich nämlich war beim BER auch 2014 nur eines: Alle durchgesickerten Exklusiv-Informationen, alle Terminspekulationen und alle heißen Hintergründe waren am Ende das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt wurden. Es kam immer schlimmer, als in kühnsten Fieberträumen erahnt. So gut wie kein Zeitplan wurde gehalten, sichtbare Fortschritte waren Fehlanzeige.

Skandale ohne Folgen: Wenig blieb am Ende auch von manchem politischen Skandal, den das Jahr dem Land Brandenburg bescherte: Gerne nämlich sickerten auch 2014 Informationen über sogenannte Vorermittlungen gegen Brandenburger Politiker aus Justizkreisen in die Medien. Also Informationen darüber, dass irgendwer darüber nachdachte, gegen einen Prominenten ein Ermittlungsverfahren einzuleiten - etwa mitten im Wahlkampf, als sich Finanzminister Christian Görke (Linke) den Fauxpass leistete, den Potsdamer Linkenchef Sascha Krämer im Ministerium als Fotografen zu beschäftigen und dessen Bilder auf seiner Politiker-Website zu verwenden.

Doch auch in diesem Fall blieb es bei offenbar politisch motivierten Gedankenspielen: Wie so oft kam es anschließend zwar zu jeder Menge politischer Aufregung, aber zu keinem Hauptsacheverfahren.

Der Fall Haasenburg: In einem anderen Fall allerdings erwiesen sich Beweise am Ende als stichhaltig - jedenfalls so stichhaltig, dass im kommenden Jahr eine Reihe von Anklagen erhoben werden soll: Die von der glücklosen Bildungsministerin Martina Münch (SPD) im Jahr 2013 auf Druck des Kinder- und Jugendpolitikers der Linkspartei, Torsten Krause, geschlossenen Haasenburg-Heime haben es 2014 nicht geschafft, die Schließung auf dem Rechtsweg rückgängig zu machen. Stattdessen ermittelt die Staatsanwaltschaft mittlerweile in mehr als 50 Fällen wegen Körperverletzung und der Misshandlung von Schutzbefohlenen gegen ehemalige Erzieher und den Heimbetreiber. Ein Thema, das auch 2015 im Blick zu behalten sein wird.