Dennoch liegt die jüngste Zahl weit über dem Niveau der Jahre 2003 und 2004, in denen es landesweit 1191 beziehungsweise 1334 rechtsextreme Straftaten gegeben hatte. Die Zahl linksextremer Delikte ging von 367 auf 307 zurück. Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) sagte, der Freistaat dürfe bei der Bekämpfung politisch motivierter Kriminalität nicht nachlassen. Zwar sei die Entwicklung im Jahr 2006 erfreulich und stehe dem bundesweiten Trend entgegen. Dennoch gebe es keinen Grund, angesichts der Zahlen die Hände in den Schoß zu legen, sagte der Minister.
Den Angaben zufolge sank 2006 auch die Zahl der rechtsextremen Gewaltdelikte in Sachsen. Während 2005 noch 93 solche Straftaten registriert wurden, zählten die Behörden im Jahr danach 78 solcher Fälle. Dagegen lag die Zahl fremdenfeindlicher Straftaten mit 105 Fällen auf dem Niveau von 2005. Das gilt auch für den Anteil fremdenfeindlicher Gewalttaten mit 18 Fällen, einem Fall mehr als 2005. Eine leichte Zunahme gab es bei antisemitischen Straftaten. Deren Zahl stieg von 65 auf 70.
Bei den meisten Delikten mit rechtsextremem Hintergrund handelt es sich um das Verwenden verfassungsfeindlicher Symbole. Insgesamt registrierte das LKA im vergangenen Jahr 1706 solcher Vergehen, gefolgt von Volksverhetzung mit 149 und Körperverletzung mit 68 Fällen.
Insgesamt sinkt den Angaben zufolge die Zahl der jugendlichen Täter mit rechtsextremen Motiven. Waren 2001 noch 65,9 Prozent aller Tatverdächtigen Nichterwachsene, so ging deren Anteil im vergangenen Jahr auf 46,5 Prozent zurück.
Bei den linksextrem motivierten Delikten zeichnete sich 2006 eine ähnliche Entwicklung ab wie 2005. Bei den Gewaltdelikten waren es im vergangenen Jahr 94, 14 weniger als im Vorjahr. Während es sich bei den rechtsextremen Straftaten vor allem um Propagandadelikte handelte, ereigneten sich die linksextremen Delikte zumeist im Umfeld von Demonstrationen. Dabei verzeichneten die Fahnder für 2006
91 Sachbeschädigungen, 54 Verstöße gegen der Versammlungsrecht sowie 47 Körperverletzungen.
Die Jugendkriminalität in Sachsen ist in den vergangenen Jahren gesunken. So wurden im Jahr 2005 exakt 33 033 Tatverdächtige bis zum Alter von 20 Jahren registriert. Das sind 30 Prozent weniger als 1999, als es noch 47 364 Tatverdächtige gab. Der Anteil der bis zu 13-jährigen Tatverdächtigen ist im gleichen Zeitraum deutlich von 21,6 auf 12,1 Prozent gesunken, während er bei den 18 bis 20 Jahre alten Verdächtigen von 33,5 auf 42 Prozent zunahm. Schwerpunkt der Straftaten bilden Eigentumsdelikte. Jugendlichen werden darüber hinaus vor allem Sachbeschädigungen und Körperverletzung zur Last gelegt, während bei Heranwachsenden Betrugsdelikte die Hauptrolle spielen.