Wirtschaftlich geht es Tschechien nicht schlecht.

Das starke Abschneiden der "Bewegung unzufriedener Bürger" des Milliardärs Andrej Babis und der Erfolg der Betonkommunisten zeigen, wie tief die Vertrauenskrise reicht. Nun steht dem Land der Tragödie nächster Teil bevor. Es ist nicht abzusehen, wer Tschechien künftig in welcher Konstellation regieren könnte. Ob der linkspopulistische Staatschef Milos Zeman und der Milliardär Babis zueinander finden, ist offen. Gemeinsam ist ihnen vermutlich nur der Wille zur Macht. Kann Tschechien davon profitieren? Kaum. Zeman hat die Attitüde eines Sonnenkönigs. "Der Staat bin ich", lautet sein Motto. Babis dagegen hat im Wahlkampf versprochen, den Staat wie ein Unternehmen führen zu wollen. Auch das ist fatal, schlimmer noch: Es ist ein Horror, dass so viele Wähler diesem Ansatz gefolgt sind. Ziel von Unternehmen ist es, Gewinn zu erzielen. Im Zweifel lauten die Schlagworte: Profitmaximierung, Produktivität, Personalabbau. Ein Staat dagegen ist zuallererst für die Menschen da. Er sollte es zumindest sein. In diesem Sinne weist die Wahl in Tschechien weit über die Grenzen des kleinen Landes hinaus.

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