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| 13:38 Uhr

Haftbefehle abgelehnt
Zwei IS-Frauen kehren nach Deutschland zurück und sind auf freiem Fuß

Ein Flugzeug (Archivbild).
Ein Flugzeug (Archivbild). FOTO: dpa, dka soe axs
Berlin. Sie sind womöglich radikale Salafistinnen. Trotzdem wurden zwei Frauen nach ihrer Rückkehr aus dem Nordirak am Donnerstag bei der Ankunft am Flughafen in Frankfurt am Main nicht festgenommen. Der Bundesgerichtshof hatte die Haftbefehle abgelehnt.

Sie sind womöglich radikale Salafistinnen. Trotzdem wurden zwei Frauen nach ihrer Rückkehr aus dem Nordirak am Donnerstag bei der Ankunft am Flughafen in Frankfurt am Main nicht festgenommen. Der Bundesgerichtshof hatte die Haftbefehle abgelehnt.

Zwei deutsche IS-Frauen sind mit drei kleinen Kindern aus dem Nordirak nach Deutschland zurückgekehrt - und auf freiem Fuß. Das berichtet die "Welt" (Freitag) unter Berufung auf Sicherheitskreise. Es handle sich um eine Deutsch-Türkin aus Hessen und eine Konvertitin aus Baden-Württemberg, die radikale Salafistinnen sein und sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben sollen.

Gegen die Frauen lagen keine Haftbefehle vor. Sie seien daher bei der Ankunft in Frankfurt am Main am Donnerstag nicht festgenommen worden. Zuletzt waren sie den Angaben zufolge in einem kurdischen Frauengefängnis in Erbil festgehalten worden.

Der 3. Strafsenat prüft den Fall

Die Bundesanwaltschaft, die gegen die Islamistinnen ermittelt, bestätigte, dass Haftbefehle beantragt und vom Bundesgerichtshof abgelehnt worden seien. Jetzt prüfe der 3. Strafsenat den Fall. Laut "Welt" hatte der Bundesgerichtshof die Haftbefehle mit der Begründung abgelehnt, dass eine konkrete Terrorunterstützung nicht bewiesen sei. Im vergangenen Jahr hatte Generalbundesanwalt Peter Frank angekündigt, verstärkt gegen Dschihadistinnen vorgehen zu wollen.

Mehr als 80 deutsche Dschihadisten sollen sich dem Bericht zufolge aktuell in Nordsyrien und im Irak in Gefangenschaft befinden. Hinzu kämen noch zahlreiche Kinder, die teilweise dort geboren wurden. Zehn Kleinkinder, bei denen durch DNA-Proben eine Verwandtschaft geklärt werden konnte, wurden bislang nach Deutschland gebracht.

Das Bundeskriminalamt in Wiesbaden sagte der Deutschen Presse-Agentur, es versuche, schon in Haft dort Kontakt aufzunehmen, "um zu wissen, wer da zurückkommt und welche Erfahrungen sie dort gemacht haben".

(eler)