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Anschlag von November 2015
Zwei Haftstrafen und ein Freispruch im Pariser Terrorprozess

Im ersten Prozess um die Pariser Terroranschläge vom November 2015 ist ein Angeklagter freigesprochen worden. Zwei weitere Männer sollen dagegen für mehrere Jahre ins Gefängnis.

Der Angeklagte hatte den Islamisten eine Wohnung zur Verfügung gestellt. Das Gericht sah am Mittwoch aber keine Beweise dafür, dass er von den Anschlagsplänen gewusst habe. Der 31-jährige Mann sei nicht schuldig, die Attentäter vor der Polizei versteckt zu haben.

Bei den Anschlägen auf das Stade de France, die Konzerthalle Bataclan und mehrere Restaurants waren 130 Menschen getötet worden. Die Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich zu den Angriffen. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Angeklagten vorgeworfen, seine Wohnung zwei Attentätern zur Verfügung gestellt zu haben, unter ihnen der mutmaßliche Drahtzieher.

Der Angeklagte betonte dagegen, er habe nicht gewusst, dass es sich bei den beiden um die damals meistgesuchten Personen in Frankreich handelte. Ihm drohten bis zu sechs Jahre Haft. Das Gericht glaubte ihm.

Außer dem 31-Jährigen waren noch zwei weitere Männer angeklagt. Einer der beiden soll für die Attentäter ein Mittelsmann gewesen sein. Er soll deshalb fünf Jahre ins Gefängnis. Der dritte Angeklagte wurde für schuldig befunden, den Behörden den Aufenthaltsort der Angreifer verschwiegen zu haben. Er erhielt eine Haftstrafe von drei Jahren.

Es ist der erste Prozess in Frankreich im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 13. November 2015 auf das Fußballstadion Stade de France, die Konzerthalle Bataclan und mehrere Restaurants und Bars in einem Pariser Ausgehviertel.

(wer)