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| 02:39 Uhr

Zwangspause endet – Florida plant wieder Hinrichtungen

Tampa. Seit mehr als 25 Jahren weiß Mark James Asay, dass dieser Tag kommen würde: Sein Hinrichtungstermin steht fest. In nicht mal einem Monat, am 24. Sara Barderas

August, soll der für zwei 1987 in Florida begangene Morde Verurteilte mit einer Giftspritze hingerichtet werden.

Nichts Ungewöhnliches eigentlich in Florida, einem von 31 der 50 US-Staaten, in denen die Todesstrafe gilt. Doch in den vergangenen 18 Monaten verhinderte ein Streit zwischen dem Obersten Gerichtshof der USA - dem Supreme Court in Washington - und der Regierung des "Sunshine State" alle Hinrichtungen. Allein deshalb ruft Asays bevorstehende Hinrichtung landesweit viel Aufmerksamkeit hervor. Zudem wäre er der erste Weiße in Florida, der wegen Mordes an einem Schwarzen exekutiert wird.

In dem Rechtsstreit in Florida ging es im Kern darum: Nach Ansicht des Supreme Court vom Januar 2016 hat der Bundesstaat jahrzehntelang die Todesstrafe auf verfassungswidrige Art verhängt. In Florida konnten Geschworene mit einfacher Mehrheit - also mindestens sieben von zwölf Stimmen - eine Empfehlung darüber abgeben, ob die Todesstrafe verhängt werden solle. Ein Richter fällte dann aber die Entscheidung, ob es genügend erschwerende Tatumstände für ein Todesurteil gab.

Der Supreme Court urteilte aber, ein Todesurteil müsse sich auf Abwägungen der Fakten durch die Jury - und nicht den Richter - stützen. Eine Empfehlung allein reiche nicht. "Der sechste Verfassungszusatz schützt das Recht des Angeklagten auf unvoreingenommene Geschworene", schrieben die Richter in ihrer Urteilsbegründung. Damit stand die Rechtmäßigkeit von 200 verhängten Urteilen infrage.

Nach längerem Hin und Her änderte Florida im März seine Gesetze: Die Todesstrafe kann nun nur verhängt werden, wenn die Jury geschlossen dafür stimmt. Durch den Streit hatte sich auch Asays Hinrichtungstermin verschoben. Er war ursprünglich für März 2016 angesetzt gewesen. Bei seinem Mordprozess 1991 stimmten neun Jurymitglieder für die Todesstrafe und drei dagegen. Alle Versuche seiner Anwälte, jetzt einen neuen Prozess unter den Bestimmungen zu erreichen, liefen jedoch ins Leere.