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Wie sicher ist Burkina Faso?

Die Pariser und Berliner Verteidigungsministerinnen Florence Parly (l.) und Ursula von der Leyen besichtigten im Juli das Hauptquartier der G5-Sahelstaaten.
Die Pariser und Berliner Verteidigungsministerinnen Florence Parly (l.) und Ursula von der Leyen besichtigten im Juli das Hauptquartier der G5-Sahelstaaten. FOTO: dpa
Ouagadougou. Gegen 21.30 Uhr brach Panik aus in Ouagadougous Restaurantviertel entlang der Avenue Kwame N'krumah. Ralf E. Krüger

Unbekannte stürmten das "Café Istanbul" und schossen mit automatischen Waffen auf die Gäste. Das Viertel war schon vor einem Jahr Schauplatz einer ähnlichen Attacke. Kaum 200 Meter entfernt hatten Kämpfer des afrikanischen Ablegers des Terrornetzwerks Al Qaida im Januar 2016 auf ähnliche Weise das Bistro "Le Cappuccino" überfallen und 29 Menschen getötet sowie knapp 70 weitere verletzt.

Der Tatort in der Hauptstadt des westafrikanischen Sahelstaates Burkina Faso liegt gerade mal 460 Kilometer Luftlinie entfernt vom Einsatzort der Bundeswehr, als Teil der UN-Friedenstruppe im Nachbarstaat Mali. Beide Staaten gehören mit Niger, Mauretanien und Tschad einer Fünf-Länder-Gruppe an, die im Kampf gegen mit dem islamistischen Terrornetzwerk Al Qaida verbundene Gruppierungen an vorderster Front stehen. Nicht umsonst gilt der UN-Einsatz in Mali als gefährlichster Einsatz der Bundeswehr, die mit 875 Soldaten in der ehemaligen Rebellenhochburg Gao stationiert ist.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte Ende Juli in Burkina Fasos Nachbarstaat Niger Militärgerät im Wert von fünf Millionen Euro übergeben. Gemeinsam mit Frankreich will Deutschland die armen Länder der G5-Sahelstaaten bei der Aufstellung der 5000 Mann starken Anti-Terror-Truppe unterstützen.

Gruppierungen wie Al Qaida schlagen in der Region immer wieder zu. Etwa im November 2015, als bei einem Angriff auf ein Hotel in Malis Hauptstadt Bamako 20 Menschen getötet wurden. Oder im Juni, als bei einem Anschlag auf ein anderes Hotel bei Bamako vier Menschen, darunter zwei EU-Mitarbeiter, starben. Die Botschaft der Terroristen: Ausländer sind in der Region nirgends so richtig sicher. Der Terror schwappt dabei zunehmend auch aus Mali in den Binnenstaat Burkina Faso über. Beim Angriff in Ouagadougou Sonntagnacht starben mindestens 18 Menschen.