In der Weihnachtszeit und vor allem an den Feiertagen selbst, stehen für viele Menschen Treffen mit der Familie im Mittelpunkt, zu denen mehrere Generationen zusammenkommen. Im vergangenen Jahr kam es wegen der Corona-Pandemie durch einen Lockdown zu strengeren Regeln und Kontaktbeschränkungen. Viele fragen sich daher, wie man Weihnachten 2021 feiern kann, angesichts hoher Corona-Zahlen. Gibt es aktuell Pläne für neue Regeln und weitere Einschränkungen?

Epidemische Lage in Deutschland verlängert – über 15. Dezember hinaus

Am Freitag, 10. Dezember 2021, hatten Bundestag und Bundesrat den Weg zur Nutzung strengerer Corona-Regeln in den Bundesländern freigemacht. Einzelne Länder hatten kurz vor Auslaufen der „epidemische Lage“ am 25. November noch auf dieser alten Rechtsgrundlage härtere Maßnahmen beschlossen. Diese können nun noch länger in Kraft bleiben, nämlich bis zum 19. März – und nicht mehr nur bis zum 15. Dezember 2021.

Strengere Corona-Regeln an den Feiertagen: Corona-Verschärfungen zu Weihnachten?

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidenten der Bundesländer halten sich weitere Verschärfungen der Corona-Regeln noch vor Weihnachten offen. Maßgeblich soll die Lageeinschätzung des kommende Woche erstmals tagenden neuen Corona-Expertenrats sein. „Wir wollen schnell handeln, entschlossen handeln, wenn es notwendig ist", sagte Scholz.
Es solle sich zusammen mit dem neuen Expertenrat angeschaut werden, ob die zuletzt beschlossenen Maßnahmen wie etwa die 2G-Regeln griffen, sagte Scholz. „Notfalls kurzfristig" könnten dann „neue weitere Diskussionen und Entscheidungen auf der Tagesordnung stehen“.

Kontaktbeschränkungen an Weihnachten? Das sagt Lauterbach

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach nannte es als Ziel, die Delta-Variante bis Weihnachten deutlich zurückzudrängen. Es gehe jetzt darum, die Delta-Welle zu brechen und eine Omikron-Welle so gut es geht zu verhindern. Dann müssten Familientreffen nicht nur stattfinden können, „sondern sicher stattfinden können“.

Michael Müller: Vorerst keine zusätzlichen Corona-Auflagen für Weihnachten

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte, neue allgemeine Kontaktbeschränkungen hätten in den Bund-Länder-Beratungen keine Rolle gespielt. Er betonte, dass es nicht nötig sei, sich zu Weihnachten einzugraben. „Man kann Familie und Freunde treffen, die Frage ist: Wie?“ Es sei nicht klug, mit 20 und mehr Menschen zusammenzukommen, ohne auf Schutz zu achten.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) machte deutlich, man wolle zunächst wissenschaftliche Expertise einholen und schauen, ob die Maßnahmen ausreichten. Notfalls würden kurzfristig auch weitere Entscheidungen auf die Tagesordnung kommen. Er betonte, dass die beschlossenen, sehr weitreichenden Beschränkungen vor allem für Ungeimpfte auch über die Weihnachtstage und das neue Jahr gelten.

Weihnachtsruhe: In diesem Bundesland kommt es zu Schließungen

Am Freitag hatte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) angekündigt, vom 24. Dezember bis zum 2. Januar die strengeren Regeln der dritten Corona-Warnstufe anzuwenden. In dieser Zeit sind außerdem alle Tanzveranstaltungen untersagt und die Diskotheken geschlossen.

Umfrage: 70 Prozent wollen Kontakte zu Weihnachten einschränken

Während der Weihnachtsfeiertage wollen einer Umfrage zufolge 70 Prozent der befragten Wahlberechtigten ihre privaten Kontakte wegen der angespannten Corona-Lage einschränken. Dies zeigt der am Donnerstag veröffentlichte ARD-Deutschlandtrend von Infratest-dimap. 12 Prozent wollen demnach ihre Kontakte sehr stark einschränken, 27 Prozent stark und 31 Prozent weniger stark. Jeder vierte Befragte (26 Prozent) will hingegen auf Besuche und Kontakte nicht verzichten.
Als im Dezember 2020 während der Feiertage sehr strenge Corona-Maßnahmen galten, hatten den Angaben zufolge 83 Prozent angekündigt, weniger Menschen zu treffen.