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| 07:03 Uhr

Düsseldorf
Wehrhahn: Zeuge der Anklage will keine Belohnung

Düsseldorf. Der Zeuge, dem Ralf S. im Gefängnis erzählt haben soll, dass er am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn einen Sprengsatz gezündet habe, will im Fall einer Verurteilung des mutmaßlichen Attentäters keine Belohnung.

Für die Aufklärung des Wehrhahn-Anschlags, bei dem im Juli 2000 zehn russische Sprachschüler teils schwer verletzt worden waren, ist eine der höchsten Belohnungen in der deutschen Justizgeschichte ausgelobt: 63.000 Euro.

"Blutgeld" nennt es der Zeuge, dessen Aussage vor zwei Jahren zur Wiederaufnahme der Ermittlungen und zur Anklage gegen den heute 51-jährigen Ralf S. geführt hatte. "Man sollte es den Opfern geben." Mit dem Verzicht will der Zeuge der Anklage aber auch seine Glaubwürdigkeit unterstreichen. Die Verteidiger hatten ihm unterstellt, das Geständnis wegen der Belohnung erfunden zu haben. Auch der Vorsitzende Richter hatte wegen Zweifeln an den Aussagen des Zeugen Ralf S. vor drei Wochen überraschend aus der U-Haft entlassen. Gegen diesen Beschluss hat die Staatsanwaltschaft Beschwerde beim Oberlandesgericht eingelegt. Der Prozess gegen Ralf S. wird heute fortgesetzt.

(RP)