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| 19:20 Uhr

Politik
Watergate-Reporter zeichnet verheerendes Bild von Trump

Bob Woodward sorgt für Unruhe im Weißen Haus.
Bob Woodward sorgt für Unruhe im Weißen Haus. FOTO: dpa / Cliff Owen
Bob Woodward hat ein neues Buch geschrieben – und sich wieder einmal den Zorn des Präsidenten zugezogen. Von Can Merey

Ein Buch wirbelt das Weiße Haus auf: Nach der Veröffentlichung erster Auszüge eines Enthüllungswerks über Donald Trump hat der US-Präsident eine Änderung des Persönlichkeitsrechts ins Spiel gebracht. In dem Buch „Fear“ (Foto: dpa) zitiert der Watergate-Enthüller und Pulitzerpreisträger Bob Woodward Mitarbeiter Trumps mit kritischen bis schmähenden Äußerungen über den Präsidenten.

„Ist es nicht eine Schande, dass jemand einen Artikel oder ein Buch schreiben kann, Geschichten frei erfinden kann und ein Bild von einer Person entwerfen kann, das buchstäblich das genaue Gegenteil der Tatsachen ist, und damit durchkommt, ohne Bestrafung oder Kosten?“, erklärte Trump am Mittwoch. „Ich weiß nicht, warum die Washingtoner Politiker nicht den Persönlichkeitsschutz ändern“, fügte er hinzu.

Das Weiße Haus und weitere Regierungsmitglieder hatten die Darstellungen Woodwards bereits zuvor scharf zurückgewiesen. Das Buch enthalte nichts anderes als „Lügengeschichten, viele davon von verärgerten früheren Mitarbeitern“, teilte Trumps Sprecherin Sarah Sanders am Dienstag (Ortszeit) mit. Das Werk Woodwards ist eines von mehreren Enthüllungsbüchern – die meisten weisen in die gleiche Richtung: Chaos im und um das Oval Office.

Trumps Stabschef John Kelly wies besonders die Darstellung Woodwards zurück, wonach er – Kelly – Trump als „Idioten“ bezeichnet habe. Auch Verteidigungsminister James Mattis hatte ihm zugeschriebene Äußerungen zurückgewiesen. Mattis wird von Woodward unter anderem mit der Aussage zitiert, Trump habe das Verständnis „eines Fünft- oder Sechstklässlers“.

Trump sagte der konservativen US-Internetseite Daily Caller: „Es ist nur ein weiteres schlechtes Buch.“ Mit Blick auf den mehrfach ausgezeichneten Autoren fügte er hinzu: „Er hat eine Menge Glaubwürdigkeitsprobleme gehabt.“ In einem Tonband, das Woodward mit den Auszügen veröffentlichte, wird ein Telefonat zwischen dem Autor und dem Präsidenten dokumentiert, in dem Trump den Journalisten als „stets sehr fair“ bezeichnet.

Die „Washington Post“ hatte unter Berufung auf das Buch von beängstigenden Zuständen im Weißen Haus berichtet. Woodward zitiert in dem Buch mit dem Titel „Angst – Trump im Weißen Haus“ Kelly, der im Kreis von Mitarbeitern über den Präsidenten gesagt haben soll: „Er ist ein Idiot. Es ist sinnlos zu versuchen, ihn von irgendetwas zu überzeugen. Er ist entgleist.“