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| 18:23 Uhr

Deutschlands Linke sammelt sich
Wagenknecht setzt jetzt auf „Aufstehen“

Sahra Wagenknecht will bereits jetzt Interessenten eine Möglichkeit geben, sich für „Aufstehen“ zu registrieren.
Sahra Wagenknecht will bereits jetzt Interessenten eine Möglichkeit geben, sich für „Aufstehen“ zu registrieren. FOTO: dpa / Britta Pedersen
Berlin. Seit Monaten wirbt Sahra Wagenknecht für ihre linke Sammlungsbewegung. Jetzt wird es ernst. Einen Namen hat das Kind schon mal. Doch allzu viele Unterstützer haben sich noch nicht versammelt. Von Mathias Puddig

Die schon länger von Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht angekündigte linke Sammlungsbewegung nimmt langsam Form an. Wie der „Spiegel“ berichtet, soll sie den Namen „Aufstehen“ tragen. Ab Sonnabend sind die Inhalte der Seite www.aufstehen.de online. Offiziell soll das Projekt am 4. September starten. „Wir haben so viele Anfragen, dass wir Interessenten schon jetzt eine Möglichkeit geben wollen, sich zu registrieren“, sagte Wagenknecht im „Spiegel“-Gespräch. Die Sammlungsbewegung solle keine neue Partei sein, erklärte sie. „Es geht um ein inhaltliches Projekt.“

Weitere Unterstützer werden auch genannt: So haben die Linken-Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen, der SPD-Abgeordnete Marco Bülow und die Ex-Vizepräsidentin des Bundestags, Antje Vollmer (Grüne), Unterstützung für das Projekt signalisiert. Bülow und Vollmer hatten sich zuletzt negativ über ihre eigenen Parteien geäußert. Bülow hatte sogar eine eigene Sammlungsbewegung mit dem Namen „Progressive Soziale Plattform“ ins Leben gerufen. Bereits zuvor hatten sich der Dramatiker Bernd Stegemann und der SPD-Sozialpolitiker Rudolf Dreßler positiv geäußert. Unterstützer aus den vordersten Reihen von Grünen und SPD gibt es hingegen nicht.

Wagenknecht gibt sich zuversichtlich, so auch den Kurs von SPD, Grünen und Linkspartei beeinflussen zu können. „Wenn der Druck groß genug ist, werden die Parteien, auch aus Eigeninteresse, ihre Listen für unsere Ideen und Mitstreiter öffnen.“ Ziel der Bewegung sei „der Mut zur Überwindung des neoliberalen Mainstreams“. Dafür brauche es eine „Regierung mit sozialer Agenda“. Ein Schlüssel dafür sei die SPD.

Linken-Chef Bernd Riexinger, der sich vor Kurzem noch kritisch über die Sammlung geäußert hatte, sieht nun doch keine Gefahr für die eigene Partei. „Die Initiative richtet sich an die enttäuschten Anhänger der anderen Parteien“, sagte er. Es könne hilfreich sein, Druck auf SPD und Grüne aufzubauen. „Das ist logisch, wenn man in der SPD einen Linksruck auslösen möchte.“