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| 17:55 Uhr

Berlin
Vorwürfe zu Spenden und russischer Einflussnahme

Berlin.

Nach einer Woche voller schlechter Nachrichten hat die AfD bei ihrer Auftaktveranstaltung zum Europawahlkampf in Offenburg Normalität herstellen wollen. Der Spitzenkandidat für die Europawahl Jörg Meuthen sowie Fraktionsvorsitzender Alexander Gauland wiesen am Sonnabend Vorwürfe zu illegalen Spenden sowie russischer Einflussnahme auf einen AfD-Bundestagsabgeordneten zurück. Ihren Wahlkampf eröffneten sie mit harscher Kritik an der EU und ihrer Einwanderungspolitik. Gauland und Meuthen forderten einen radikalen Richtungswechsel. Laut Meuthen sei die EU ein „ziemlich kranker Patient, bei dem etliche wichtige Vitalfunktionen nicht mehr richtig funktionieren“. Er prangerte „unnütze bürokratische Verordnungen“ an, die kein Mensch brauche. Politiker wie den Chef der rechten Lega in Italien, Matteo Salvini, und Ungarns Regierungschef Viktor Orban bezeichnete Meuthen als Verbündete für ein anderes Europa.

Bundesparteichef Gauland kritisierte die EU-Einwanderungspolitik. Jedes europäische Land solle selbst entscheiden, wen es einwandern lasse. Im Europäischen Parlament brauche es eine starke, bürgerlich-konservative Fraktion, zu der die AfD zählen könnte, sagte Gauland. Er warnte allerdings vor einem „Dexit“, also einem Austritt Deutschlands aus der EU. Das Misstrauen wäre aufgrund der deutschen Geschichte gewaltig. Ziel sei es vielmehr, die EU zu „korrigieren“, nicht sie „abzuschaffen“. Überschattet wurde der Auftakt zum Wahlkampf jedoch von den Vorwürfen gegen die AfD, die in den vergangenen Tagen und Wochen bekannt geworden waren. Während vergangene Woche Mariana Harder-Kühnel als Kandidatin für den Posten der Bundestagsvizepräsidenten krachend gescheitert war, waren zugleich weitere Details zu Parteispenden an der AfD-Spitze bekannt geworden.

Möglicherweise ließ der Deutsch-Schweizer Immobilien-Milliardär Henning Conle auch AfD-Chef Meuthen Geld zukommen. Außerdem sorgte ein Bericht des ZDF, Spiegel, der BBC und der italienischen Zeitung „La Repubblica“ für Furore. Die Medien berichteten über Dokumente aus dem russischen Staatsapparat, wonach Moskau Einfluss auf den AfD-Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmaier nehmen wollte. Dieser wies die Vorwürfe zurück.