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| 18:41 Uhr

40 Jahre Islamische Revolution
Vierzig turbulente Jahre im Iran

 Es bleibt beim Feinbild USA: Demonstranten verbrennen in Teheran ein Bild von Donald Trump.
Es bleibt beim Feinbild USA: Demonstranten verbrennen in Teheran ein Bild von Donald Trump. FOTO: dpa / Vahid Salemi
Istanbul. Die Islamische Republik Iran polarisiert: Die einen sind für gute Beziehungen. Anderen gehen Sanktionen nicht weit genug. Dabei hätte vor 40 Jahren kaum jemand erwartet, dass sich das Mullah-Regime so lange halten würde. AFP

Die Rückkehr von Ajatollah Ruhollah Chomeini am 1. Februar 1979 in den Iran leitete die finale Phase der iranischen Revolution ein. Bereits zwei Wochen zuvor hatte Schah Mohammed Resa Pahlawi unter dem Druck der Proteste das Land verlassen müssen. Die Kapitulation der Streitkräfte am 11. Februar 1979 besiegelte schließlich das Ende der Monarchie, doch war es längst nicht das Ende der Turbulenzen im Iran. Auch vier Jahrzehnte später kommt das Land nicht zur Ruhe. Ein Überblick über die wichtigsten Ereignisse:

Besetzung der US-Botschaft

Am 4. November 1979 besetzen radikale Studenten die US-Botschaft in Teheran und nehmen 52 Diplomaten als Geiseln, weil sie eine Intervention fürchten wie 1953, als die USA Ministerpräsident Mohammed Mossadegh stürzten. Im April 1980 bricht Washington seine Beziehungen zum Iran ab, und erst nach 444 Tagen werden im Januar 1981 kurz nach dem Amtsantritt von Präsident Ronald Reagan die letzten Geiseln freigelassen.

Überfall Saddam Husseins

Am 22. September 1980 überfällt der irakische Machthaber Saddam Hussein den Iran in Erwartung eines leichten Siegs. Nach schweren Kämpfen werden im Mai 1982 die irakischen Truppen aus dem Iran vertrieben, doch lehnt Chomeini eine Waffenruhe ab und kündigt an, bis zum Sturz der Regierung in Bagdad weiterzukämpfen. Nach sechs weiteren für beide Seiten extrem verlustreichen Kriegsjahren akzeptiert Chomeini im Juli 1988 schließlich eine UN-Waffenstillstandsresolution.

Tod von Ajatollah Chomeini

Am 3. Juni 1989 stirbt der Revolutionsführer im Alter von 86 Jahren. Kurz zuvor hatte er seinen designierten Nachfolger Hossein-Ali Montaseri wegen politischer Differenzen abgesetzt. Der bisherige Präsident Ali Chamenei wird daraufhin zu Chomeinis Nachfolger gewählt, an die Spitze der Regierung rückt Akbar Haschemi Rafsandschani, der sich in den folgenden Jahren um wirtschaftliche Reformen und eine Entspannung mit dem Westen bemüht.

Wahlsieg der Reformer

Nach zwei Amtszeiten Rafsandschanis wird am 23. Mai 1997 der Reformer Mohammed Chatami mit den Stimmen der Jugend, der Frauen und der ethnischen Minderheiten zum Präsidenten gewählt. Zwar gelingt ihm die kulturelle Öffnung des Landes, doch die Hoffnung auf politische Reformen erfüllt sich nicht, da die Konservativen alle Initiativen Chatamis blockieren. Der Frust der Studenten führt 1999 zu landesweiten Protesten.

Rückkehr der Hardliner

Nach acht Jahren Chatami gewinnt der konservative Hardliner Mahmud Ahmadinedschad am 25. Juni 2005 die Präsidentenwahl. Mit seinen Äußerungen zum Holocaust und seinen verbalen Attacken auf Israel provoziert er den Westen, der nach der Wiederaufnahme des Atomprogramms harte Sanktionen verhängt. Ahmadinedschads umstrittene Wiederwahl im Juni 2009 führt zu beispiellosen Massenprotesten, die brutal niedergeschlagen werden.

Lösung im Atomstreit

Am 15. Juni 2013 wird der moderate Politiker Hassan Ruhani mit dem Versprechen zum Präsidenten gewählt, den Atomstreit mit dem Westen beizulegen und die Wirtschaft wiederzubeleben. Nach jahrelangen Verhandlungen mit den fünf UN-Vetomächten und Deutschland wird im Juli 2015 in Wien ein Abkommen geschlossen, das den friedlichen Charakter des iranischen Atomprogramms garantieren soll und im Januar 2016 zur Aufhebung der im Atomstreit verhängten Sanktionen führt.

Erneute Krise mit den USA

Nachdem US-Präsident Barack Obama im Verhältnis zum Iran auf Verhandlungen gesetzt hatte, verschärft sein Nachfolger Donald Trump wieder den Kurs. Im Mai 2018 kündigt er einseitig das Atomabkommen und verhängt neue Sanktionen, um Teheran zu weiteren Zugeständnissen bei seinem Atomprogramm und zum Rückzug aus Syrien, dem Jemen und dem Irak zu zwingen. Die ohnehin angeschlagene iranische Wirtschaft stürzt in eine tiefe Krise.