ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 09:09 Uhr

Lüttich
Vier Tote bei Schießerei in Lüttich

Lüttich. Ein Attentäter tötet drei Menschen, bevor er selbst erschossen wird.

Ein Attentäter tötet drei Menschen, bevor er selbst erschossen wird.

Ein mutmaßlicher Terrorist hat in Belgien drei Menschen getötet. Nach offiziellen Angaben erschoss der Verdächtige gestern Vormittag in Lüttich zwei Polizistinnen und einen Zivilisten. Anschließend nahm er zwei Frauen als Geiseln, bevor er selbst von Sicherheitskräften getötet wurde.

Die Ermittler schließen einen terroristischen Hintergrund nicht aus. Der Attentäter hat nach Angaben des Polizeichefs der belgischen Stadt gezielt die Polizei ins Visier nehmen wollen. Dies sei sein Motiv gewesen, sagte Christian Beaupère. Der Angreifer habe die beiden Polizistinnen im Alter von 45 und 53 Jahren zunächst mit einem Messer angegriffen. Dann habe er ihre Dienstwaffen entwendet und beide Frauen erschossen. Außerdem habe der Mann vier weitere Beamte durch Schüsse verletzt. "Das Ziel des Angreifers war, die Polizei zu treffen", sagte Beaupère. Der Täter tötete zudem einen 22-jährigen Mann, der in seinem in der Nähe geparkten Auto saß. Nach Informationen des Fernsehsenders RTBF handelte es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen Mann aus Rochefort im Süden des Landes, der wegen kleinerer Vergehen wie Diebstahl und Drogenhandel im Gefängnis saß. Am Montag habe er Freigang bekommen, hätte aber nach einigen Stunden wieder zurückkehren müssen. Dies sei nicht geschehen. Er sei als gewalttätig, aber nicht für seine Radikalität bekannt gewesen. Einige Medien berichteten, der Angreifer habe "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen. Dies bestätigten die Behörden jedoch nicht.

Belgien war in der Vergangenheit das Ziel mehrerer terroristischer Attacken. Bei der schwersten töteten islamistische Extremisten in Brüssel am 22. März 2016 in der Metro sowie am Flughafen 32 Menschen. Die Terrorwarnstufe wurde erst vor einiger Zeit auf die zweitniedrigste von vier Stufen herabgesetzt. Daran soll sich vorerst nichts ändern, wie das zuständige Krisenzentrum mitteilte.

(RP)