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| 02:39 Uhr

Vermittlung in der Golf-Region

Auf Vermittlungstour: Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (l.) trifft Katars Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al-Thani.
Auf Vermittlungstour: Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (l.) trifft Katars Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al-Thani. FOTO: dpa
Abu Dhabi/Doha. In der Katar-Krise sieht Außenminister Sigmar Gabriel gute Chancen, dass der Konflikt nicht weiter eskaliert. "Ich glaube, dass es ausreichend Möglichkeiten gibt, eine Verschärfung der Lage zu verhindern", sagte der SPD-Politiker am Dienstag nach einem Treffen mit seinem emiratischen Kollegen Abdullah bin Said Al Nahjan in Abu Dhabi. dpa/sm

Zwar gebe es auch die "reale Gefahr", dass sich der Konflikt weiter hochschaukele. Aber er erkenne Anzeichen, dass es gelungen sei, "Spielräume" für gemeinsame Ergebnisse zu öffnen. Gabriel setzte in Abu Dhabi seine dreitägige Rundreise durch die Region fort, auf der er sich um Entspannung bemühen will.

Heute wird er in Kuwait erwartet, das in der Krise vermittelt. Gabriel bekräftigte seine Forderung nach einem gemeinsamen Vorgehen der Golfstaaten gegen die Terror-Finanzierung. "Wir sehen in einigen Ländern der Region große Fortschritte, in anderen zu wenig." Der Außenminister sprach sich dafür aus, internationale Institutionen zu beteiligen. "Ich glaube, dass es jetzt sehr darauf angekommen wird, dass auf beiden Seiten dieser Auftrag ernstgenommen wird."

Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Ägypten hatten vor vier Wochen eine Blockade gegen Katar verhängt. Sie werfen dem kleinen, aber reichen Emirat unter anderem vor, Terrorgruppen zu finanzieren. In einem Forderungskatalog verlangen sie von Katar, seinen TV-Kanal Al-Dschasira zu schließen und die Beziehungen zum schiitischen Iran zurückzufahren. Auch die türkischen Soldaten sollen das Land verlassen.

Ein Ultimatum der vier Staaten an Katar lief in der Nacht aus. Katar hatte am Montag seine Antwort auf die Forderungen an den Vermittler Kuwait übergeben. Die VAE und seine Verbündeten warteten aber noch darauf, diese Reaktion zu erhalten, sagte der emiratische Außenminister Abdullah. Erst wenn sie das Papier beraten hätten, würden sie über weitere Schritte gegen Katar entscheiden. Die Außenminister der vier Staaten treffen sich heute in Kairo.