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| 10:26 Uhr

Verdi liefert Kritikern Munition

Die im Grundgesetz verankerte Koalitionsfreiheit erlaubt es den Beschäftigten, sich gewerkschaftlich zu organisieren und für bessere Arbeitsbedingungen zu streiken. Das ist gut so. Nur so ist gewährleistet, dass Tarifverhandlungen nicht zum kollektiven Betteln verkommen, sondern Waffengleichheit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern herrscht. Maximilian Plück

Die im Grundgesetz verankerte Koalitionsfreiheit erlaubt es den Beschäftigten, sich gewerkschaftlich zu organisieren und für bessere Arbeitsbedingungen zu streiken. Das ist gut so. Nur so ist gewährleistet, dass Tarifverhandlungen nicht zum kollektiven Betteln verkommen, sondern Waffengleichheit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern herrscht.

Doch Verdi muss sich angesichts der als Warnstreik verniedlichten Komplett-Stilllegung eines ganzen Landes die Frage gefallen lassen, ob sie nicht überzieht. Denn auch wenn die Arbeitgeber bislang noch kein konkretes Angebot vorgelegt haben - was sie am 15. April schleunigst nachholen sollten -, so deutet die Rhetorik ihrer Verbandsvertreter doch auf eine Einigungsbereitschaft hin.

Verdi ruft jedoch seit 2012 bei Bund und Kommunen ritualisiert bereits nach nur einer Tarifrunde zu flächendeckenden Warnstreiks auf. Mit dieser kalkulierten Krawall-Einstellung und überflüssigen Machtdemonstrationen verkompliziert sie die Verhandlungen unnötig und liefert all jenen Kritikern Munition, die deshalb Zwangsschlichtungen oder gar die Beschränkungen des Streikrechts im öffentlichen Dienst fordern.