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USA wollen Ukraine Waffen liefern

Soldaten der USA und anderer Natostaaten marschieren in Kiew mit.
Soldaten der USA und anderer Natostaaten marschieren in Kiew mit. FOTO: dpa
Kiew. Am Unabhängigkeitstag der Ukraine hat US-Verteidigungsminister James Mattis dem osteuropäischen Land weitere Unterstützung gegen Russland zugesagt. Die USA würden mit ihren Verbündeten weiter Druck auf Russland ausüben und das Land so lange zur Achtung der Minsker Vereinbarungen zwingen, bis Russland den vereinbarten Weg gehe, sagte Mattis am Donnerstag in Kiew nach einem Gespräch mit Präsident Petro Poroschenko. Andreas Stein

Mattis war anlässlich der Militärparade der Ukraine zum 26. Jahrestag der Unabhängigkeit von der Sowjetunion nach Kiew gereist. Etwa 4500 Angehörige von Streitkräften und Sicherheitsorganen des Landes und Dutzende Soldaten verbündeter Länder marschierten in der ukrainischen Hauptstadt über den Maidan, den zentralen Platz der Unabhängigkeit.

7000 Polizisten sicherten die Parade. Trotz der Vorkehrungen kam es zu einer Explosion im Regierungsviertel, bei der ein Mann und eine Frau verletzt wurden.

Die US-Regierung prüft laut Mattis intensiv, ob der Ukraine Waffen zur Verteidigung geliefert werden könnten. Es sei klar, dass die Ukraine kein Aggressor sei. Sie verteidige das eigene Territorium, sagte Mattis. Washington werde die russische Annexion der Schwarzmeerhalbinsel Krim nicht anerkennen. Man wisse, dass Russland die internationalen Grenzen mithilfe von Gewalt umgestalten wolle, sagte er. Die USA unterstützen die Ukraine mit Militärhilfen im Wert von umgerechnet 640 Millionen Euro.

An der Parade nahmen auch Veteranen der seit April 2014 währenden "Anti-Terror-Operation" im Osten des Landes teil. So nennt die Ukraine den Krieg gegen die von Russland unterstützten Separatisten im Osten des Landes. Seit mehr als drei Jahren sind dort nach UN-Angaben mehr als 10 000 Menschen getötet worden. Seit Mitternacht soll dort eine neue Waffenruhe anlässlich des Schulbeginns am 1. September in Kraft treten. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa hegt aber Zweifel an der Umsetzung. Beide Seiten hätten noch keine schweren Waffen abgezogen.