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| 04:33 Uhr

Nukleare Abrüstung
US-Sicherheitsberater zu Nordkoreas Zusage: "Schon früher gehört"

Der amerikanische Sicherheitsberater John Bolton zeigt sich wenig beeindruckt von den jüngsten Ankündigungen aus Nordkorea.
Der amerikanische Sicherheitsberater John Bolton zeigt sich wenig beeindruckt von den jüngsten Ankündigungen aus Nordkorea. FOTO: rtr, SAV
Washington. Die amerikanische Regierung hat kühl auf die jüngsten Ankündigungen aus Nordkorea zur nuklearen Abrüstung reagiert. "Das haben wir schon früher gehört", sagte Präsident Donald Trumps Nationaler Sicherheitsberater John Bolton am Sonntag dem Sender CBS.

Die amerikanische Regierung hat kühl auf die jüngsten Ankündigungen aus Nordkorea zur nuklearen Abrüstung reagiert. "Das haben wir schon früher gehört", sagte Präsident Donald Trumps Nationaler Sicherheitsberater John Bolton am Sonntag dem Sender CBS.

Damit nahm er Bezug auf Berichte des südkoreanischen Präsidentensprechers Yoon Young Chan, Nordkorea wolle ein Atomtestgelände schließen und den Vorgang von amerikanischen und südkoreanischen Experten und Journalisten beobachten lassen.

Nordkoreas Propagandadrehbuch sei eine unendlich reiche Quelle, sagte Bolton. "Wir wollen Belege von ihnen sehen, dass es (ihr Versprechen) echt ist und nicht nur Rhetorik."

Regierungsvertreter aus Seoul hatten zuvor Einzelheiten des Gipfeltreffens zwischen dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un am Freitag in Panmunjom geschildert. Laut Yoon will Kim demnach gesagt haben: "Wenn wir anfangen zu reden, werden die Vereinigten Staaten wissen, dass ich kein Mensch bin, der Atomwaffen nach Südkorea, in den Pazifik oder in die USA schickt."

Formell noch im Kriegszustand

Zudem soll er eine nukleare Abrüstung in Aussicht gestellt haben, wenn die USA zugleich zu regelmäßigen Gesprächen zum Vertrauensaufbau bereit seien. Es müsse Versprechen geben, den Krieg zu beenden und dass die Vereinigten Staaten Nordkorea nicht angriffen. Der Korea-Krieg von 1950 bis 1953 endete lediglich mit einem Waffenstillstand, die beiden Länder sind damit formell noch im Kriegszustand.

Die Schließung der Atomtestanlage könnte eine symbolträchtige Ouvertüre für das für Mai oder Juni geplante Gipfeltreffen Kims mit Trump werden. Allerdings hatte Nordkorea schon 2008 die Außenwelt eingeladen, dem Abriss eines Kühlturms der Reaktoranlage Nyongbyon zuzuschauen. Das war damals Teil eines Sechs-Nationen-Deals, für den Pjöngjang Hilfslieferungen erhielt. Als Nordkorea den von den USA vorgeschlagenen Überprüfungsmechanismus ablehnte, scheiterte das Abkommen. Im Mai 2009 gab es dann den zweiten nordkoreanischen Atomwaffentest.

(sbl)