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Russland-Ermittlungen
US-Justizminister Jeff Sessions von FBI befragt

Im Zuge der Russland-Ermittlungen hat das FBI auch US-Justizminister Jeff Sessions befragt. Die mehrstündige Anhörung durch das Team von Sonderermittler Robert Mueller fand bereits in der vergangenen Woche statt. Sessions könnte ein wichtiger Zeuge sein.

Ein Ministeriumssprecher bestätigte am Dienstag die Anhörung. Zuvor hatte die "New York Times" darüber berichtet. Mueller und sein Team prüfen, ob Russland die US-Wahl 2016 beeinflusst hat und ob es dabei irgendwelche Verbindungen zum Wahlkampfteam des damaligen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump gab. Derzeit konzentrieren sich Muellers Ermittlungen aber auch darauf, ob Trumps Handlungen im Amt als Behinderung der Justiz eingestuft werden können, unter anderem die Entlassung von FBI-Direktor James Comey.

Sessions könnte in diesem Zusammenhang ein wertvoller Zeuge sein, denn Trump hatte anfänglich gesagt, er habe Comey auf Empfehlung des Justizministeriums hin gefeuert. Damals veröffentlichte das Weiße Haus eine Erklärung von Sessions' Stellvertreter Rod Rosenstein, in der dieser Comeys Umgang mit der E-Mail-Affäre um Trumps demokratische Rivalin Hillary Clinton kritisierte.

Zunächst wurde das als Grund für seine Entlassung gehandelt, später sagte Trump aber, es sei um "das Russland-Ding" gegangen. Dem russischen Außenminister Sergej Lawrow soll Trump laut einem Bericht der "New York Times" nach der Entlassung Comeys gesagt haben: "Es lastete viel Druck auf mir wegen Russland. Der ist jetzt weg".

Sessions zog sich frühzeitig zurück

Trump geriet mit diesen Aussagen über Comey unter Verdacht, er habe sich den FBI-Chef als hartnäckigen Ermittler vom Leib schaffen wollen. Rosenstein benannte anschließend Mueller als Sonderermittler in dem Fall. In der Folge wurde immer wieder darüber spekuliert, dass Trump auch diesen loswerden wolle.

Sessions hatte mit der Mueller-Untersuchung nichts zu tun. Als Justizminister ist er zwar für den Ablauf von FBI-Ermittlungen in letzter Instanz mitverantwortlich. Aus der Russland-Untersuchung zog er sich aber noch vor Comeys Entlassung im vergangenen Jahr wegen Befangenheit zurück, nachdem bekannt geworden war, dass er sich zwei Mal mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak getroffen und diese Treffen in einer Befragung zu seiner Nominierung verschwiegen hatte. Er selbst begründete seinen Rückzug damit, dass er ein aktiver Unterstützer des Wahlkampfteams von Trump gewesen sei, das im Zentrum der Untersuchung steht.

Neben dem FBI ermitteln auch mehrere Ausschüsse im Kongress in der Russland-Affäre. Ihnen stand Sessions bereits Rede und Antwort.

(oko)