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| 18:49 Uhr

Künstliche Intelligenz
Roboter als Grenzsoldaten

Genf. Wer wo bereits autonome Waffen einsetzt Igor Steinle

(ist) Schon heute gibt es Militärtechnik, die der Definition vollständig autonomes Waffensystem sehr nahe kommt. Momentan sind solche Waffen vor allem zum Grenzschutz im Einsatz.

So lässt Südkorea die Grenze zu Nordkorea von solchen Systemen bewachen. Das Abwehrgeschütz SGR-A1 von Samsung kann Angreifer selbstständig erkennen und attackieren. Ein anderes südkoreanisches Produkt ist das automatische Waffensystem Aegis2 des Herstellers Dodaam. Es kann Angriffsziele erfassen, die bis zu zwei Kilometer entfernt sind, und mit einem Maschinengewehr oder Granatwerfer angreifen. Das System funktioniert laut der Nichtregierungsorganisation „Facing Finance“ voll autonom.

Auch die palästinensisch-israelische Grenze zum Gazastreifen wird von autonomen Systemen bewacht. Das selbstfahrende Auto Guardium etwa trägt zwar keine Waffen, kann laut den israelischen Streitkräften allerdings mit solchen nachgerüstet werden und autonom gegen Feindbewegungen vorgehen.

Oft tut das bereits das mobile Raketenabwehrsystem Iron Dome der Israelis. Es dient der Verteidigung vor Kurzstreckenraketen und „besteht aus mehreren Komponenten, die vollständig automatisiert interagieren“, erklärt Robin Geiss, Völkerrechtler der Uni Glasgow in einer Studie. Wenn das System den Start einer feindlichen Rakete erkennt, wird ihre Flugbahn berechnet und der Einschlagpunkt bestimmt. Befindet sich dieser in bewohntem oder geschütztem Gebiet, muss ein Soldat allerdings noch den Start der Abwehrraketen bestätigen.

Über ein ähnliches System verfügen auch die Amerikaner. Bei Phalanx CIWS handelt es sich um ein Verteidigungssystem zur Abwehr anfliegender Flugkörper zum Beispiel auf Schiffe. Es erkennt und greift solche Ziele in einem abgesteckten Radius selbstständig an. Russland setzt mit Pantsir ein ähnliches System zum Schutz seiner Stützpunkte in Syrien ein.

Ansonsten wird laut Rüstungsexperten vor allem intensiv an autonomen Drohnen geforscht. So kann die britische Kampfdrohne BAE Taranis laut Geiss selbstständig feindliche Radaranlagen suchen und identifizieren. Ein Angriffsbefehl jedoch muss von einem Menschen gegeben werden. Die israelische Drohne IAI Harpy kann selbstständig feindliche Radaranlagen ausfindig machen und zerstören.