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| 06:15 Uhr

Arbeitslosengeld gibt es an der Kasse
Stütze aus dem Supermarkt

Berlin. Arbeitslose können sich Geld bald auch an der Kasse auszahlen lassen. dpa

Empfänger von Arbeitslosengeld können sich künftig in besonders dringenden Fällen einen Vorschuss bar an Supermarktkassen auszahlen lassen. Das Verfahren ist für Menschen, die kein eigenes Konto haben oder die im Ausnahmefall dringend einen Vorschuss brauchen, wie ein Sprecher der Bundesagentur für Arbeit sagte.

„Ziel ist die flächenweite Einführung der neuen Lösung bis Ende 2018“, sagte der BA-Sprecher. Die Umstellung soll im zweiten Quartal 2018 starten. Zu den Supermärkten und Drogerien gehörten Rewe, Penny, Real, dm und Rossmann.

„Häufig geht es dabei um Vorschussleistungen“, sagte der BA-Sprecher. Wenn man zum Beispiel am Monatsende kein Geld mehr habe, aber dringend etwas bräuchte. Bislang standen dafür Kassenautomaten in Jobcentern und Arbeitsagenturen zur Verfügung. Mit einer Karte konnte man dort genehmigte Beträge abheben.

Diese Automaten sollen nun aus Kostengründen abgebaut werden. „Zudem wollen wir unbürokratisch und schnell helfen, weil es nicht in jedem Jobcenter einen solchen Automaten gibt und die Automaten durchaus auch störanfällig waren.“

Damit Arbeitslose künftig bei den Händlern Geld bekommen, müssen sie einen Zettel mit einem Barcode vorlegen, den sie sich im Jobcenter oder der Arbeitsagentur abholen können. Dieser werde an der Kasse eingescannt und der angezeigte Betrag sofort ausgezahlt.

Das derzeit übliche Verfahren, Arbeitslosengeld I und II auf Konten zu überweisen, bleibe selbstverständlich bestehen, betonte der Agentur-Sprecher. Ebenso sei es weiterhin möglich, mit einem von der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter ausgestellten Scheck zu einer Bank zu gehen und sich das Geld dort auszahlen zu lassen.

Der Unterhalt der bisherigen Automaten in den Jobcentern kostet die Bundesagentur den Angaben nach acht Euro pro Transaktion. Im Vorjahr hätten sich die Kosten mit 400 000 Bar-Transaktionen demnach auf 3,2 Millionen Euro belaufen. Die neue Lösung werde günstiger sein, sagte der BA-Sprecher. Den Zuschlag für die Bargeldauszahlung erhielt das Berliner Unternehmen Cash Payment Solutions.