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| 18:27 Uhr

Türkischer Ex-Präsident
Abdullah Gül will nicht gegen Erdogan antreten

Istanbul. Nach eigener Aussage will der ehemalige türkische Präsident Abdullah Gül bei der vorgezogenen Neuwahl des Staatschefs im Juni nicht gegen Amtsinhaber Recep Tayyip Erdogan antreten.

Nach eigener Aussage will der ehemalige türkische Präsident Abdullah Gül bei der vorgezogenen Neuwahl des Staatschefs im Juni nicht gegen Amtsinhaber Recep Tayyip Erdogan antreten.

Sein Name sei ohne seine Einwilligung von einer kleinen islamischen Partei in den Ring geworfen worden, sagte Gül Reportern am Samstag. Er hätte nur im Falle einer Unterstützung durch eine größere Bewegung eine Kandidatur in Erwägung gezogen. Eine solche Bewegung sei aber nicht zustande gekommen, so Gül. Die Atmosphäre in der Türkei vor der Wahl sieht er demnach als negativ an.

Erdogan hat die ursprünglich für November 2019 geplanten Wahlen auf den 24. Juni vorgezogen. Dann sollen erstmals zeitgleich der Präsident und ein neues Parlament gewählt werden. Mit diesen Wahlen soll der von Erdogan angestrebte und vor einem Jahr per Referendum beschlossene Umbau zum Präsidialsystem abgeschlossen werden. Der Präsident wäre dann zugleich Staats- und Regierungschef und mit weitreichenden Vollmachten ausgestattet. Die Opposition warnt vor einer Ein-Mann-Herrschaft.

Gül ist ein Mitbegründer von Erdogans Regierungspartei AKP. Er gilt bei einigen Kritikern Erdogans als möglicher Rivale für das Präsidentenamt. Berichte über politische Treffen Güls hatten jüngst zu Spekulationen geführt, der ehemalige Premier, Außenminister und Präsident könne erneut antreten.

Die Opposition in der Türkei ist gespalten. Noch ist unklar, wen die größte Oppositionspartei CHP gegen Erdogan ins Rennen schicken wird.

(felt)